Brandenburg und Hessen in der Länderwertung vorne
In der Länderwertung belegte bei den Frauen das Team aus Brandenburg Rang eins. Platz zwei ging an Nordbaden, Dritter wurde Berlin. Bei den Männern setzte sich die gastgebende Landesorganisation Hessen gegen die Konkurrenz aus Südbaden durch. Auf Rang drei kam das Team aus Bayern.
Der Nachwuchs rückt nach
Auch im männlichen Bereich zeigte sich in Aschaffenburg, dass die jungen Sportler im Erwachsenenbereich Fuß fassen. So holte im 57-kg-Limit Horst Lehr (VfK 07 Schifferstadt) den DM-Titel, der sogar 2019 noch bei den Junioren antreten darf. „Er ist trotzdem schon einer, der bei internationalen Trainingslehrgängen im Erwachsenenbereich dabei ist“, erläuterte Jürgen Scheibe.
Ein Lob stellte der Bundestrainer Freistil im DRB auch jenen Nachwuchsassen aus, die bei der U23-EM Anfang Juni in Istanbul/Türkei am Start waren, dort teils Medaillen gewannen und sich nun auch bei der DM überaus ansprechend präsentierten. „Es ist gar nicht so einfach, sich nach einer EM für die Deutschen Meisterschaften zu motivieren“, weiß Jürgen Scheibe. So holte beispielsweise Erik Thiele (KAV Mansfelder Land), der sich in Istanbul über Bronze freuen durfte, in Aschaffenburg souverän den Titel in der Gewichtsklasse bis 97 kg. Im 65-kg-Limit war bei den nationalen Meisterschaften Niklas Dorn (KSC Hösbach) erfolgreich, der bei der U23-EM – ebenfalls guter – Fünfter wurde. Dabei ging bei der DM eigentlich eher der spätere Zweitplatzierte Kevin Henkel (TSV Dewangen) als Favorit in den Finalkampf. 2017 hatte Niklas Dorn noch das DM-Finale verloren – gegen Alexander Semisorow (RV Rümmingen), der diesmal eine Gewichtsklasse höher (70 kg) antrat. Er lieferte sich ein umkämpftes Finalduell mit Tim Stadelmann (SV Johannis Nürnberg), das er letztlich aber mit 7:4 Punkten für sich entscheiden konnte.
In der Gewichtsklasse bis 61 kg stand bereits vor dem Finalkampf fest, dass der Titel ins Saarland gehen würde: Hier trafen Valentin Seimetz (KSV Köllerbach) und Nico Zarcone (KV Riegelsberg) aufeinander. Valentin Seimetz gelang in der letzten Kampfminute die Wende, sodass er nach sechs Minuten mit 7:3 Punkten die Oberhand gegenüber dem eigentlich favorisierten Nico Zarcone behielt. 2017 hatte Letzterer DM-Bronze gewonnen, Valentin Seimetz wurde seinerzeit Fünfter, nachdem er Nico Zarcone im kleinen Finale unterlag.
Im 92-kg-Limit bot William Harth (ASV Mainz) beim 3:0 im Finalkampf über Michael Kaufmehl (TuS Adelhausen) einen souveränen Auftritt und freute sich damit – nach Platz zwei im Vorjahr in der Gewichtsklasse bis 97 kg – über d
en DM-Titel. Im 86-kg-Limit erlebten die Zuschauer in der f.a.n. frankenstolz arena einen Kampf mit mehreren Führungswechseln, den in der letzten Kampfminute Lars Schäfle (SV Freiburg-Haslach) gegenüber Ergün Aydin (SV Hallbergmoos) dominierte, sodass er sich letztlich verdient den Turniersieg sicherte. „Lars Schäfle ist ein weiterer junger Athlet, der hier Deutscher Meister wurde – wenngleich in Abwesenheit des verletzten Favoriten Achmed Dudarov“, sagte Jürgen Scheibe. In der Gewichtsklasse bis 79 kg ist der alte Deutsche Meister auch der neue: Benjamin Sezgin (KSV Aalen) beendete den Finalkampf gegen Lucas Diehl (ASV Schaafheim) vorzeitig aufgrund von Technischer Überlegenheit. Im 74-kg-Limit setzte sich Kubilay Cakici von DM-Ausrichter RWG Mömbris/Königshofen gegen die gesamte Konkurrenz durch. Er stand 2018 zum dritten Mal in Folge in einem DM-Finale: 2017 hatte er hinter Martin Obst (1. Luckenwalde SC), der diesmal im 79-kg-Limit Dritter wurde, Platz zwei belegt. 2016 war er in der Gewichtsklasse bis 70 kg Deutscher Meister geworden. Im 125-kg-Limit avancierte Nick Matuhin (1. Luckenwalde SC) im Finalkampf gegen Felix Krafft (TuS Adelhausen) zum technisch überlegenen Sieger.
„Man sieht zweifelsohne eine positive Entwicklung! Bei den Frauen drücken zahlreiche junge Sportlerinnen von unten und schieben sich in die Medaillenränge vor. Ähnliches ist im Freistil zu beobachten: Die Routiniers rufen stabile Leistungen ab, aber die Jungen rücken nach. Das ist gerade im Hinblick auf die Zukunft erfreulich“, zog DRB-Sportdirektor Jannis Zamanduridis ein Fazit. Er ergänzte: „Die Trainer machen einen guten Job. Sie stimmen sich untereinander sehr gut ab, arbeiten sehr gut zusammen.“
Die Deutschen Meisterinnen 2018:
50 kg (8 Teilnehmer): 1. Jaqueline Schellin (TV Mühlacker/NBD)
53 kg (7 Teilnehmer): 1. Nina Hemmer (AC Ückerath/NRW)
57 kg (6 Teilnehmer): 1. Sandra Paruszewski (AV Germ Sulgen/WTB)
62 kg (10 Teilnehmer): 1. Luisa Niemesch (SV Weingarten/NBD)
68 kg (7 Teilnehmer): 1. Anna Schell (RLZ Aschaffenburg/HES)
76 kg (5 Teilnehmer): 1. Aline Rotter-Focken (KSV Krefeld/NRW).
Die Deutschen Meister im Freistil 2018:
57 kg (7 Teilnehmer): 1. Horst Lehr (VfK 07 Schifferstadt/PFZ)
61 kg (15 Teilnehmer): 1. Valentin Seimetz (KSV Köllerbach/SRL)
65 kg (8 Teilnehmer): 1. Niklas Dorn (KSC Hösbach/HES)
70 kg (16 Teilnehmer): 1. Alexander Semisorow (RV Rümmingen 03/SBD)
74 kg (9 Teilnehmer): 1. Kubilay Cakici (RWG Mömbris/Königshofen/HES)
79 kg (17 Teilnehmer): 1. Benjamin Sezgin (KSV Aalen 05/WTB)
86 kg (9 Teilnehmer): 1. Lars Schäfle (SV Freiburg-Haslach/SBD)
92 kg (9 Teilnehmer): 1. William Harth (ASV Mainz 88/RHH)
97 kg (6 Teilnehmer): 1. Erik Thiele (KAV Mansfelder Land/SAH)
125 kg (7 Teilnehmer): 1. Nick Matuhin (1. Luckenwalde SC/BRB).
Alle Ergebnisse finden sich im Internet unter http://www.liga-db.de/Turniere/DM/2018/DE/180622_Aschaffenburg/indexGER.htm.