Aline Rotter-Focken zeigt sich in Topform

Foto: Kadir Caliskan

Am Wochenende fanden die traditionell stark besetzten Poland Open in Warschau statt. In diesem Jahr gingen zwar weniger Athleten als gewohnt in Polen auf die Matte, da einige Spitzenathleten das Turnier jedoch als Ernstfall für die anstehenden Olympischen Spiele nutzten, war das Niveau der Starter sehr hoch.

Das bekamen zum Auftakt direkt unsere Freistilathleten zu spüren. Die Leistungen jungen Deutschen können sich jedoch durchaus sehen lassen. Sowohl Lukas Kahnt (74kg), als auch Ilja Matuhin (92kg) verkauften sich gegen die absolute Weltspitze mehr als teuer und standen beide dicht vor einer faustdicken Überraschung. Kahnt unterlag der Nummer 1 der Welt, Frank Chamizo (ITA) mit 2:3, Matuhin scheiterte ähnlich knapp mit 2:4 an Weltmeister J’den Cox (USA).

Foto: Kadir Caliskan

Erfreulicher lief es bei den Frauen, wo sich Aline Rotter-Focken vor den olympischen Spielen in Topform präsentierte. Einen durchwachsenen Turnierstart erwischte hingegen die zweite Olympiastarterin Anna Schell. Bei ihrer Rückkehr nach langer Verletzungspause fehlte Schell das nötige Quäntchen um gegen die Weltelite siegreich die Matte zu verlassen. So musste sich Anna jeweils knapp gegen Europameisterin Larroque (FRA) und Vize-Weltmeisterin Lappage (CAN) geschlagen geben und schied aus. Ebenfalls ausgeschieden ist Annika Wendle nach einer Auftaktniederlage gegen Fearnside (USA). Wie bereits erwähnt gab es jedoch trotzdem Grund zum Jubeln für das Frauenteam. Mit einem ganz starken Turnier sicherte sich Aline Rotter-Focken die Goldmedaille bis 76kg. Auf ihrem Weg ins Finale schlug Aline unter anderem Olympiasiegerin Erica Wiebe (CAN), bevor sie sich mit einem souveränen 3:0 Punktsieg gegen Europameisterin Epp Mae (EST) durchsetzen konnte.

Foto: Kadir Caliskan

Zweimal Edelmetall gab es für kleine griechisch-römisch Delegation zu bejubeln. Bis 63kg kehrte Chris Krämer nach langer Verletzungspause stark auf die internationale Bühne zurück. Nach einem schnellen Überlegenheitssieg im Viertelfinale musste er sich im Halbfinale in einem packenden Duell knapp mit 5:7 gegen den Japaner Suzuki geschlagen geben, sicherte sich jedoch am Abend mit einem starken Auftritt die Bronzemedaille gegen Hagerup (NOR), den er bereits im ersten Durchgang auf die Schultern zwang. Zwar ohne Medaille, dennoch mit einem starken Turnier im Rücken verließ Ilja Klasner (97kg) die polnische Hauptstadt. Zum Auftakt wies er den 3. Weltmeister Mikhail Kajaia (SRB) mit 2:1 in die Schranken, auch im folgenden Viertelfinale präsentierte sich Klasner stark, musste sich nach zwischenzeitlicher Führung gegen U23-Weltmeister Savolainen (FIN) dann aber letztlich doch nach Punkten geschlagen geben. Im Schwergewicht nutzte Eduard Popp die Poland Open als Härtetest vor den anstehenden Spielen in Tokio und holte wie Krämer die Bronzemedaille. Zum Auftakt befördete er Milatovic (NOR) auf beide Schultern, unterlag jedoch anschließend in einem ereignisarmen Halbfinale dem Iraner Yousoufiahmad mit 1:2. Sein Duell um Bronze am Abend musste leider ausfallen, da Heiki Nabi (EST) verletzt nicht antreten konnte.

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