Ringen / DRB-Wahlen am 20. November 2021

Jens-Peter Nettekoven übernimmt die Zügel beim Deutschen Ringer- Bund und löst damit Manfred Werner nach 16-jähriger Amtszeit ab

Jens-Peter Nettekoven – Foto: Kadir Caliskan

Bad Mergentheim – Das es die Ringer hierzulande nicht nur auf der Matte spannend machen können, sondern auch an der Wahlurne, bewiesen die Delegierten der Landesorganisationen am vergangenen Samstag beim Deutschen Ringertag in Bad Mergentheim, bei dem auch die Neuwahl des Präsidiums auf der Tagesordnung stand.

Mit dem Politiker Jens-Peter Nettekoven (NRW) und dem Mediziner Klaus Johann bewarben sich zwei Kandidaten um die Nachfolge von Manfred Werner, der seit 2005 die Zügel bei den Deutschen Ringern in den Händen hielt.

Während ‚Ringerdoc‘ Klaus Johann vor allem bei Trainern und Athleten Sympathien genießt, die seine Kandidatur auch in Videoclips unterstützten, punktet der Landtagsabgeordnete Jens-Peter Nettekoven, der als Präsident des Landesverbandes Nordrheinwestfalen reichlich Erfahrungen mitbringt, bei den Delegierten mit seinem immensen Netzwerk, aber auch mit dem versprechen, eng mit den Landesverbänden zusammenzuarbeiten.

34:34 Stimmen bei 3 Wahldurchgängen – Foto: Kadir Caliskan

Auch bei der Aufstellung ihrer Mannschaft unterscheiden sich die beiden Präsidentschaftskandidaten. So formierte sich unter dem Saarländer Klaus Johann eine große, junge Mannschaft, die sich den Namen ‚DRB goes Future‘ gab, hingegen setzt Jens-Peter Nettekoven auf Erfahrung, holte sich zudem mit Alexander Leipold ein Aushängeschild des Ringkampfsportes in sein Team.

Dass es eine sehr knappe Entscheidung wird, konnte man im Vorfeld ahnen, doch was sich dann in drei Wahlgängen abspielte war Dramatik pur. Gleich dreimal verkündete die Wahlkommission bei 68 Stimmen ein 34:34. Nun sollte laut Satzung das Los entscheiden. Doch das wollte kaum einer der Delegierten – und auch Klaus Johann nicht, der nach einem Vier-Augen-Gesprach mit Jens-Peter Nettekoven seine Kandidatur zurückzog. Jens-Peter Nettekoven beerbt damit den scheidenden Präsidenten Manfred Werner, dem er nach seiner Wahl die Urkunde zum Ehrenpräsidenten überreichte.

Bei den Präsidiumswahlen zog die Mannschaft um Klaus Johann ihre Kandidatur zurück, grünes Licht damit für Alexander Leipold als Vizepräsident Sport und Ingo Breuer als Vizepräsident Verwaltung. Mit Günter Maienschein verbleibt ein Vertreter aus dem alten Präsidium in der Vorstandsriege von Jens-Peter Nettekoven. „Er bringt einen großen Erfahrungsschatz in unser Team ein, wird uns damit sehr weiter helfen“, so Nettekoven über den neu gewählten Vizepräsident für Verbandsentwicklung. Die Verantwortung als Vizepräsident Recht übernimmt Rechtsanwalt Manfred Zipper, der auch schon in der Ethikkommission des Ringer-Weltverbandes United World Wrestling Erfahrungen sammelte. Für Bundesligaangelegenheiten zeigt sich zukünftig Manuel Senn verantwortlich. Neu gewählt wurde auch Björn Goller als Referent für die Bundeswehr-Sportfördergruppe Ringen. Im Amt bestätigt wurde Klaus Riesterer als Referent für Breiten- und Schulsport.

Von ihren eigenen Gremien werden Martina Göringer als Frauenreferentin, Frank King als Jugendreferent und Jeffrey Spiegel als Kampfrichterreferent ins erweiterte Präsidium rücken. Der Ärztekommission steht weiterhin Klaus Johann vor.

Dramatik pur bei drei Wahlgängen. – Foto: Kadir Caliskan

„Ich freue mich auf die Arbeit mit diesen Team, wobei wir eng mit den Landesorganisationen zusammenarbeiten wollen“, so Nettekoven, der damit verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen möchte.

Im Verlauf des Deutschen Ringertages in Bad Mergentheim verabschiedete sich Manfred Werner mit einer Bilanz seiner 16-jährigen Amtszeit von der Ringerbühne, Dr. Thomas Bach (Präsident des IOC), Nenad Lalovic (Präsident des Ringer- Weltverbandes United World Wrestling) und Alfons Hörmann (Präsident des DOSB) sendeten ebenso wie weitere Funktionäre aus Partner-Institutionen und Präsidenten aus anderen Sportarten Videobotschaften an den 75-jährigen aus Veitshöchheim. Nicht zuletzt zollten auch Präsident Mag. Thomas Reichenauer und Vizepräsident Sport Toni Marchl, vom Österreichischen Partnerverband Respekt für die geleistet Arbeit.

Mit der Ehrennadel in Silber wurden Ralf Diener (Saarland), Frank Heinzelbecker (Nordbaden), Dorothea Oldak (Südbaden), Nils Pöpperl (Bayern), Klaus Riesterer (Südbaden) und Daniel Wozniak (Bayern) geehrt, die Ehrennadel in Gold wurden Klaus Schultes, Klaus Blank (beide Südbaden) und Günter Maienschein (Württemberg) überreicht. Als überaus erfolgreicher Ringer und langjähriger Funktionär, der 16 Jahre die Geschicke des Landesverbandes Südbaden leitete, wurde Martin Knosp mit der Ehrenmitgliedschaft des DRB geehrt.

Nach der Übernahme der Präsidentschaft zeichnete Jens-Peter Nettekoven als erste Amtshandlung die scheidenden Vorstandsmitglieder Ralf Diener, Klaus Blank, Klaus Schultes und Wolfgang Stampp mit der Ehrenmitgliedschaft aus.

Mit seiner Antrittsrede, in der Jens-Peter Nettekoven alle Delegierten zur Zusammenarbeit aufforderte, wurde der Deutsche Ringertag beendet, der allen noch lange in Erinnerung bleiben dürfte.

jöri