Sensationeller Tag für den DRB

Drei Medaillen lassen den DRB-Tross jubeln

Am Samstag gab es so richtig etwas zu feiern für das DRB-Team, Roland Schwarz, Fabian Schmitt und Denis Kudla erkämpften drei Medaillen für das griechisch-römisch Team des Deutschen Ringer Bundes.

Nach den überragenden Auftritten von Roland Schwarz am Freitag, als er reihenweise Gegner auf seinem Weg in das Finale um Gold aus dem Weg räumte, legte sein Teamkollege Denis Kudla eine ähnlich beeindruckende Leistung am Samstag nach und sicherte sich die Bronzemedaille.

Denis hatte beim Losen mal so richtig das Pech gepachtet. Zum Auftakt unterlag er Dauerkontrahent und U23-Europameister Islam Abbasov äußerst unglücklich mit 1:1. Doch der Aserbaidschaner hatte wohl einen Sahnetag erwischt, schaltete in Runde 2 den Olympiasieger Chakvetadze (RUS) und 80kg-WM Manukyan (ARM) im Viertelfinale. Das Halbfinale war nur noch Formsache und so brachte er Denis für zurück ins Turnier.

In der Hoffnungsrunde musste Kudla nun aber all diese Gegner aus dem Weg räumen, um am Ende eine Medaille zu erkämpfen. Zum Auftakt ging es gegen den amtierenden Olympiasieger Davit Chakvetadze (RUS). Denis musste in der ersten Runde in die Unterlage und konnte einen Heber gerade so verteidigen, somit ging es mit einem 0:3 Rückstand in die Pause. Im zweiten Durchgang legte er jedoch richtig los und trieb den Russen über die Matte. Nach einer 2 am Mattenrand sprang ihm der russische Trainer zur Seite und warf Verwundens werter Weise eine Challenge, die abgelehnt wurde und den 3:3 Ausgleich bedeutete. Kudla ruhte sich auf der knappen Führung jedoch nicht aus, beschäftigte Chakvetadze kontinuierlich und siegte nach 6 Minuten. In der nächsten Runde ging es nun also gegen den Weltmeister Manukyan (ARM), der aus der 82kg Klasse nach oben rutschte. Wieder konnte Denis in den ersten 3 Minuten den Bodenkampf nicht unbeschadet überstehen und lag mit 0:3 in Rückstand. Doch noch vor der Pause fing er einen Griffversuch seines Gegners ab und verkürzte auf 2:3. Erneut folgte ein ganz starker zweiter Durchgang und Kudla zwang Manukyan zum entscheidenden Fehler, nach einer Viererwertung beförderte er den Armenier unter großem Jubel auf beide Schultern und zog ins kleine Finale am Abend ein.

Ein kleiner Wermutstropfen an diesem Tag war jedoch, dass alle an diesem Tag ins Turnier gestarteten Deutschen großes Pech hatten und allesamt knapp scheiterten. Etienne Kinsinger (60kg) siegte zum Auftakt gegen den Ungarn Erik Torba mit 5:4, unterlag jedoch im Achtelfinale dem Italiener Jacopo Sandron (ITA) mit 0:4 und war ausgeschieden. Äußerst ärgerlich verlief das Turnier für Michael Widmayer (72kg). Der junge Württemberger zog kampflos in die nächste Runde ein, ein Aufgabesieg gegen Horvath (SVK) brachte ihn in die nächste Runde. Dort scheiterte er unglücklich in einem Kampf ohne Aktionen an Mnatsakanian (BUL), bei dem der ehemalige Armenier davon profitierte, dass er die letzte Passivitätswertung auf seiner Seite hatte. Leider scheiterte der Bulgare auf die gleiche Weise im Halbfinale und so war Widmayer ausgeschieden. Einen Auftakt nach Maß erwischte zwar Ramsin Azizsir (97kg), er fegte Tomas Soos (SVK) mit 9:0 in der Matte, doch scheiterte ebenfalls in einem punktgleichen Kampf aufgrund der letzten Wertung im Achtelfinale. Er musste sich dem Ukrainer Krysov mit 3:3 beugen und schied ebenfalls aus. Auch Hannes Wagner (82kg) scheiterte früh. In der Neuauflage des Finals des letzten Vorbereitungsturniers in Dänemark traf er im ersten Match auf Rajbek Bisultanov (DEN). Hannes startete furios und lag früh mit 4:0 in Front, eine zweite Rolle im Bodenkampf wurde leider nicht bewertet und so kam der Däne stark in den Kampf zurück, verkürzte zur Pause auf 2:4 und siegte nach Ablauf der Zeit mit 5:4. Da Bisultanov ins Finale einzog, hat Hannes immerhin noch die Chance auf eine Bronzemedaille am Sonntag.

Genug der Niederlagen lautete dann die Devise für die Abendveranstaltung.

Im ersten Finalkampf des Abends ging es für Fabian Schmitt (55kg) um die Bronzemedaille. Bei seinem internationalen Comeback kam es ebenfalls zur Neuauflage des Finals der Thor-Masters. Er traf auf den Norweger Anders Roenningen. Man merkte beiden Kontrahenten an, dass es um viel ging und somit entwickelte sich ein taktisches Duell, das von seiner Spannung lebte. Nachdem beide Ringer die Bodenlage nicht nutzen konnten, lag Roenningen aufgrund der letzten Wertung in Front, doch Fabian gab noch einmal richtig Gas und arbeitete den Norweger regelrecht auf. Eine Minute vor Ablauf der Zeit erhielt Fabian den entscheidenden Punkt und sicherte sich somit seine allererste internationale Medaille.

Dann ging es für Roland Schwarz um Gold. Erstmals trat er mit Hinblick auf die olympischen Spiele 2020 im Limit bis 77kg an und setzte am Freitag zu einem wahren Siegeszug an. Zum Auftakt wirbelte er Elvin Mursaliev (AZE), immerhin 7-facher Medaillengewinner bei EM und WM, mit einem Wahnsinns Schwunggriff durch die Luft und siegte sicher mit 6:0. Im Achtelfinale musste Arsen Julfalakyan (ARM), Vize-Olympiasieger und Ex-Weltmeister, dran glauben. Im Viertelfinale hieß U23-Weltmeister Daniel Cataraga Endstation – Roland präsentierte sich erneut bärenstark und siegte gegen den unangenehmen, da sehr kompakten, Cataraga klar mit 6:0 Punkten. Auch im Halbfinale war Schwarz nicht aufzuhalten, Daniel Aleksandrov (BUL) war chancenlos gegen den jungen Deutschen und musste sich sogar vorzeitig aufgrund technischer Überlegenheit geschlagen geben.

Heute war dann der wohl aktuell beste griechisch-römisch Ringer eine Nummer zu groß. Roman Vlasov (RUS), seines Zeichens zweifacher Olympiasieger und zweifacher Weltmeister, demonstrierte seine Ausnahmestellung in diesem Endkampf eindrucksvoll. Ein frühen Wurfversuch von Roland fing er gekonnt ab und beendete das Duell direkt im Anschluss mit einem Ausheber aus dem anschließenden Bodenkampf. Dennoch steht am Ende ein Riesenerfolg für Schwarz, der ebenfalls seine erste internationale Medaille errang.

Zum Abschluss ging es für Denis Kudla gegen Mikalai Stadub (BLR), ein international eher unbeschriebenes Blatt um die Bronzemedaille. Die Verschnaufpause am Nachmittag tat Kudla sichtlich gut, denn diesmal erhielt Denis zuerst die Oberlage, konnte diese jedoch nicht nutzen und somit lag er nach der Oberlage für Stadub in Runde 2 mit 1:1 hinten. Erneut war es die starke physische Verfassung, die ihn zum Sieg trug. Ein starker Takedown eine Minute vor Ablauf der Zeit brachte die hochverdiente Bronzemedaille nach so einem sensationellen Tag.

So endete ein unglaublicher Tag mit einem Erfolgserlebnis für den DRB. Drei Medaillen an einem Tag, das gab es selbst bei der überaus erfolgreichen WM 2017 in Paris nicht und man müsste wohl tief in den Analen blättern, um auf einen ähnlich erfolgreichen Tag für das deutsche griechisch-römisch Team zu stoßen. Zum Abschluss am Sonntag bleibt zudem noch die Chance für Hannes Wagner eine vierte Medaille zur Sammlung hinzuzufügen.