Roland Schwarz im EM-Finale / EM-Silber für Anna Schell

Kleines Finale für Schmitt – Kudla in der Hoffnungsrunde

Am heutigen Freitag starteten die gr.-röm. Athleten in die Europameisterschaft und sogleich zeigten sich die deutschen Ringer wieder von ihrer besten Seite. Vor allem Roland Schwarz überzeugte und deklassierte reihenweise Weltklassegegner nahezu auf dem Weg in das Finale.

Der Tag im Überblick:

Es war jedoch nicht Mr. Zuverlässig, Denis Kudla, denn der hatte beim Losen mal so richtig das Pech gepachtet. Zum Auftakt unterlag er Dauerkontrahent und U23-Europameister Islam Abbasov äußerst unglücklich mit 1:1. Doch der Aserbaidschaner hatte wohl einen Sahnetag erwischt, schaltete in Runde 2 den Olympiasieger Chakvetadze (RUS) und 80kg-WM Manukyan (ARM) im Viertelfinale. Das Halbfinale war nur noch Formsache und so brachte er Denis für morgen zurück ins Turnier. Dennoch wird der Weg zu einer Medaille natürlich knüppelhart.

Mit Fortuna im Bunde hingegen war Fabian Schmitt bei seinem internationalen Comeback. Alle Top-Favoriten starteten im anderen Turnierbaum. Leider unterlag er dem Rumänen Florin Tita, wie schon vor einigen Wochen in der Bundesliga, nach Punkten. Doch der Rumäne hatte danach wenig Mühe ins Finale einzuziehen und somit steht Fabian im kleinen Finale um Bronze gegen den Norweger Anders Roenningen. Vor kurzem konnte er diesen beim Vorbereitungsturnier in Dänemark noch in die Schranken weisen, was auf eine Medaille hoffen lässt.

Eduard Popp bleibt eine Medaille abermals verwehrt. Er bekam es zum Auftakt mit Vize-Weltmeister Heiki Nabi (EST) zu tun und unterlag trotz eigener Wertungen knapp nach Punkten. Da Nabi im Halbfinale an Abo-Sieger Riza Kayaalp (8xEuropameister) scheiterte, war Popp ausgeschieden.

Doch es gab wie bereits erwähnt noch richtig etwas zu feiern!

Zuerst pflügte Roland Schwarz, der mit Hinblick auf die Olympischen Spiele 2020 ins 77kg Limit nach unten gerückt ist, durch die internationale Konkurrenz und setzte mit seinem Finaleinzug ein großes Ausrufezeichen im teaminternen Kampf um die Nummer 1 der hart umkämpften Gewichtsklasse.

Zum Auftakt wirbelte er Elvin Mursaliev (AZE), immerhin 7-facher Medaillengewinner bei EM und WM, mit einem Wahnsinns Schwunggriff durch die Luft und siegte sicher mit 6:0. Im Achtelfinale musste Arsen Julfalakyan (ARM), Vize-Olympiasieger und Ex-Weltmeister, dran glauben und hatte bei dem 7:3 Sieg Rolands nur anfangs eine Siegchance, doch Schwarz war an diesem Tag einfach nicht zu stoppen. Im Viertelfinale hieß U23-Weltmeister Daniel Cataraga Endstation – Roland präsentierte sich erneut bärenstark und siegte gegen den unangenehmen, da sehr kompakten, Cataraga klar mit 6:0 Punkten. Somit stand er im Halbfinale und nach einer kurzen Verschnaufpause am Nachmittag ging es dort gegen Daniel Aleksandrov (BUL). In der Bundesligarunde unterlag Schwarz dem Bulgaren knapp, doch nicht so Heute. Auch Aleksandrov war chancenlos und musste sich sogar vorzeitig aufgrund technischer Überlegenheit geschlagen geben. Nach dem Wurffeuerwerk und daraus resultierenden 10:2 Sieg hatte Roland somit seine allererste internationale Medaille sicher, nachdem er bei der WM 2018, damals in 82kg, noch bitter enttäuscht auf Rang 7 landete. Seinen Gegner im Finale kann man schon fast als eine noch aktive Legende bezeichnen – Im Endkampf, Samstag ca. 18 Uhr deutscher Zeit, trifft er auf den 2-fachen Olympiasieger Roman Vlasov aus Russland.

Als einzige Dame am Abend ging Anna Schell in ihrem Finale bis 72kg auf die Matte

Da Luzie Manzke und Maria Selmaier in der Hoffnungsrunde scheiterten, hatte der DRB am Freitag nur eine Frau in den Finalduellen. Anna Schell hatte sich am Vortag sensationell mit zwei Schultersiegen gegen die deutlich favorisierte Konkurrenz in den Endkampf um den Europameistertitel gerungen. Dort ging es gegen die sehr erfahrene Ex-Weltmeisterin Alina Stadnik (UKR). Anna rang unbekümmert auf, wurde jedoch bei jedem Angriffsversuch geschickt gekontert. In der ersten Runde kämpfte sie sich nach einer Minute in der Brücke noch einmal heraus, musste jedoch im zweiten Durchgang aufgrund des 0:4 Rückstands das Risiko erhöhen und geriet erneut in die gefährliche Lage, welche schließlich zur Schulterniederlage führte. Nichts desto trotz ist die Silbermedaille ein großer Erfolg für die junge Aschaffenburgerin.