Am Nachmittag des 23.10.2020 hat der SV Alemannia Nackenheim in der Presse erklärt, den Kampf gegen den ASV Mainz 88 am 24.10.2020 nicht anzutreten. Seitens des SV Alemannia Nackenheim wurde weder der ASV Mainz, noch der DRB abschließend zur Kampfabsage informiert. Mit der Veröffentlichung der Entscheidung in der Presse hat der SV Alemannia Nackenheim vollendete Tatsachen geschaffen und den Schriftwechsel als auch die zahlreichen Gesprächsangebote seitens des direkten Ligenkonkurenten als auch seitens des DRB vorzeitig beendet.

Der Kampf wird gem. dem Verwaltungsentscheid 03/20 mit 40:0 zu Gunsten des ASV Mainz 88 gewertet. Das Ergebnis wird nach Erlangung der Rechtskraft in der Ligendatenbank eingetragen.

Nachdem am Dienstag eine Videokonferenz mit den aktiven Bundesligisten erfolgt ist und die Entscheidung getroffen wurde, dem klaren mehrheitlichen Wunsch der Bundesligavereine zur Fortsetzung der Saison zu entsprechen hat der SV Alemannia Nackenheim den DRB um eine Einschätzung der aktuellen Infektionsgefahr, insbesondere mit Blick auf die bevorstehenden Kämpfe gegen Mainz und Neuss, gebeten. In der entspr. Antwort wurde klar, deutlich und faktisch belegbar dargelegt, dass es derzeit keinerlei Anhaltspunkte dafür gibt, dass in den Kämpfen mit einem erhöhten Infektionsrisiko für Sportler und/oder Zuschauer*innen zu rechnen ist. In diesem Zusammenhang wurden dem SV Alemannia Nackenheim auch Gesprächsangebote mit den gegnerischen Mannschaften gemacht um die bestehenden Bedenken auszuräumen. Ohne Nutzung der Gesprächsangebote oder Einholung von detaillierten Information, die ebenfalls offensiv seitens des DRB angeboten wurden, erfolgten als einzige Reaktion auf das zuvor genannte Schreiben, E-Mails an den ASV Mainz 88 und den KSK Konkordia Neuss in denen der SV Alemannia Nackenheim den beiden anderen Vereinen angeboten hat die Kämpfe zu verlegen, da es in deren Umfeld Infektionsfälle gegeben hat. Sowohl der KSK Konkordia Neuss, als auch der ASV Mainz 88 haben diese Anfrage zeitnah beantwortet und die aktuelle Situation in ihren Vereinen transparent dargestellt und zugleich klar dargelegt, warum eine Kampfverlegung nicht notwendig ist sowie ausgeführt, dass das Argument der erhöhten Infektionsgefahr bei einem Kampf in Neuss und Nackenheim nicht greift. Beide Mannschaften haben deshalb dem SV Alemannia Nackenheim mitgeteilt, dass aus den vorgetragenen Gründen keine Kampfverlegung notwendig oder angezeigt ist. Weitere Gesprächsangebote zur Klärung der Situation wurden dem SV Alemannia Nackenheim sowohl durch den ASV Mainz 88 als auch durch den KSK Konkordia Neuss angeboten. Diese Angebote wurden durch den SV Alemannia Nackenheim nicht genutzt.

Als Reaktion auf den Schriftwechsel antwortete der SV Alemannia Nackenheim per E-Mail dem ASV Mainz 88 und äußerte in der E-Mail, die auch dem DRB zugegangen ist, Bedenken ob die Vereinsverantwortlichen aus Mainz ihrer Sorgfalts- und Fürsorgepflicht für die Gesundheit der Sportler in ausreichender Form nachkommen. Dem trat der ASV Mainz 88 entschieden entgegen und skizzierte nochmals die Fakten aus denen klar hervorgeht, dass es keine Gründe gibt, die derzeit gegen die behördlich genehmigte Durchführung des Mannschaftskampfes am 24.10.2020 sprechen oder auch nur ansatzweise den Schluss zulassen, dass eine erhöhtes Infektionsrisiko beim Kampf bestehen könnte.

Um die Situation zu bereinigen und schnellstmögliche Klarheit zur Kampfdurchführung zu erreichen hat der DRB zwischenzeitlich dem SV Alemannia Nackenheim nochmals die Möglichkeit zur Begründung der Notwendigkeit einer Kampfverlegung gegeben und mitgeteilt, dass die angeführten Infektionsängste zur Kampfabsage nicht ausreichend sind. Zugleich wurde dem SV Alemannia Nackenheim auf Grund der offensichtlichen Vorbehalte in der offenen und unvoreingenommenen Kommunikation mit dem Gegner aus Mainz und dem DRB eine neutrale Person zur weiteren Vermittlung in der Angelegenheit angeboten. Weiterhin wurde der SV Alemannia Nackenheim aufgefordert, dem DRB bis spätestens um 20.00 Uhr des 23.10.2020 mitzuteilen ob der Kampf gegen Mainz durchgeführt werden kann oder nicht. Eine Antwort seitens der Nackenheimer Sportfreunde steht aktuell immer noch aus. Darüber hinaus erging an den SV Alemannia Nackenheim, ebenso wie an die drei weiteren Vereine, die sich bei der Videokonferenz ihre Entscheidung zur Fortsetzung der Bundesligakämpfe vorbehalten hatten, die Aufforderung sich am 26.10.2020 abschließend zur weiteren Beteiligung an der Bundesliga zu erklären.