Pressemeldung zum aktuellen Sachstand in der Bundesliga

Am Abend des 28.10.2020 fand die Pressekonferenz zur Ministerpräsidenten konferenz in Berlin statt. Die Regelungen zum Sportbetrieb wurden dabei durch den DRB und die Mitglieder des Bundesligaauschusses unverzüglich ausgewertet und der Sachstand sowie die weitere Vorgehensweise in einer, noch am gleichen Abend angesetzten, Viedeokonferenz ausgiebig diskutiert. Für das Ringen werden bundesweit folgende Vorgaben gelten. Der Breiten-, bzw. Amateursportbereich muss ab dem 02.11.2020 den Trainings- und Sportbetrieb wieder für vier Wochen aussetzen.

Die Bundesligisten müssen, beginnend ab dem 02.11.2020, die Mannschaftskämpfe für vier Wochen, ungeachtet der erarbeiten Hygienekonzepte, ohne Zuschauer fortführen. Diese richtungsgebenden politischen Vorgaben und weitere Ereignisse unter den
verbleibenden Mannschaften der Bundesliga in dieser Woche haben uns dazu veranlasst nochmals die aktuellen Rahmenbedingungen gemeinsam mit den verbleibenden Bundesligavereinen zu betrachten und abschließend über die Fortführung oder den Abbruch der laufenden Runde zu entscheiden.

In dieser Woche gab es folgende weitere Ereignisse. Es wurde ein Infektionsfall beim KSV Köllerbach gemeldet. Die notwendigen Maßnahmen wurden sofort ergriffen, der Kontakt zum Gesundheitsamt hergestellt und die betroffenen Sportler und Funktionäre unmittelbar in Quarantäne versetzt. Hier wurde zwischenzeitlich bestätigt, dass sich der Gegner des betroffenen Ringers im letzten Kampf nicht infiziert hat. Auswirkungen auf die Terminplanung gibt es in diesem Fall zunächst nicht, da für die betroffene Mannschaft in den nächsten beiden Wochen kein Kampf terminiert ist.

Weiterhin hat uns der SV Alemannia Nackenheim, nachdem zunächst fristgemäß mitgeteilt wurde die Saison fortsetzen zu wollen, informiert, dass auf Grund einer Entscheidung der zuständigen Behörde zur Reduzierung der zugelassenen Personen
in der Veranstaltungsstätte die Fortführung der Saison nicht mehr möglich ist. Darüber hinaus wurde gestern das positive Testergebnis eines Sportschülers an der Eliteschule des Sports in Nürnberg, der am Bundes- und Landesstützpunkt

Nürnberg trainiert, bekannt. Der Schüler hatte sich, den bisherigen Erkenntnissen nach, bei einem Mitschüler, der nicht der Sportart Ringen zuzuordnen ist, angesteckt. Der Sportler wurde am vergangenen Montag Nachmittag über den positiven Infektionsfall in seiner Klasse informiert, hat sich dementspr. unverzüglich testen lassen und in Quarantäne begeben. Der Trainingsbetrieb am Bundes- und Landesstützpunkt sowie im Vereinstraining des SV Johannis Nürnberg wurde am Montag unverzüglich eingestellt um, gem. Absprache mit dem zuständigen Gesundheitsamtes eine Infektionsgefahr bis zur Bekanntgabe des Testergebnisses ausschließen zu können. Da der Sportler und nun auch ein Trainer positiv getestet wurden bleibt der Bundes- und Landesstützpunkt vorerst geschlossen.

Auf Grund der örtlichen infrastrukturellen Gegebenheiten und der Teilnahme von Sportlern sowohl an Vereins- und Stützpunkttraining ist davon auch unmittelbar das Vereinstraining des SV Johannis Nürnberg betroffen. Da sich durch die gestrigen Erkenntnisse auch noch weitere Ringer und Trainer testen lassen müssen ist eine Absage und ggf. Neuterminierung des Kampfes, SV Johannis Nürnberg – KSC Hösbach notwendig geworden. Da das Angebot am Stützpunkt natürlich auch von vielen  Kadersportlern aus anderen Regionen und Vereinen genutzt wird ist auch ein weiterer Bundesligist, der SV Wacker Burghausen, von der Infektion betroffen. Ein Sportler wird hier seit Mittwoch als Direktkontakt zum positiv getesteten Sportschüler eingeordnet. Die entspr. Testung wurde unmittelbar veranlasst. Da auch hier mit dem Testergebnis erst gegen Freitag gerechnet wird war eine planbare Kampfabsage unausweichlich. Auch hier besteht die Gefahr, dass sich, sollte der Sportler infiziert sein, weitere Sportler der Bundesligamannschaft des SV Wacker Burghausen, sowie der Gegner des letzten Kampftages infiziert haben könnten. Der Gegner des letzen Kampftages, der KSC Hösbach, wurde ebenfalls unverzüglich über den Sachverhalt in Kenntnis gesetzt um schnellstmöglich geeignete Maßnahmen ergreifen zu können und den möglicherweise betroffenen Sportler testen zu lassen. Der Kampf, SV Wacker Burghausen – ASV Schorndorf wurde deshalb ebenfalls abgesagt. Bis in Nürnberg und Burghausen eine faktisch abschließende Einschätzung des Sachverhaltes seitens der zuständigen Behörden vorliegt und klar ist ob weitere Personen als Kontaktpersonen zu benennen sind, können sich die Mannschaften nicht an den weiteren Wettkämpfen beteiligen. Denn anders als im Kampf Mainz – Nackenheim liegen diese abschließenden Ergebnisse und Einschätzungen der zuständigen Instanzen aktuell noch nicht vor wodurch sich insgesamt eine unklare Situation ergibt.

Florian Geiger
Vizepräsident Bundesliga (komm.)