Kraemers Aufholjagd bleibt unbelohnt – Papi und Vieweg mit Top-Acht-Platzierungen

ViewegMit einer starken Aufholjagd, aber ohne den erhofften Sieg endete für Christopher Kraemer der dritte Wettkampftag bei den Weltmeisterschaften in Astana. In der Gewichtsklasse bis 67 Kilogramm unterlag er dem Russen Daniial Agaev knapp mit 6:7. Zwei Top-Platzierungen stehen für die deutschen griechisch-römischen Ringer besonders im Blickpunkt: Abdolmohammad Papi wurde Fünfter bis 60 Kilogramm, Anton Vieweg belegte Rang acht bis 97 Kilogramm.

Kraemer erwischte gegen Agaev einen schwierigen Start und geriet zunächst mit 0:7 in Rückstand. Doch der Deutsche ließ sich davon nicht entmutigen. Während die erste Hälfte seinem Gegner gehört hatte, bestimmte Kraemer den zweiten Durchgang und kämpfte sich Punkt um Punkt zurück. Sekunden vor Schluss verkürzte er auf 6:7 und brachte Agaev noch einmal erheblich unter Druck. Für die entscheidende Wertung reichte die verbleibende Zeit jedoch nicht mehr.

Auch der Weg über die Hoffnungsrunde blieb Kraemer verwehrt: Agaev verlor seinen anschließenden Achtelfinalkampf gegen den Südkoreaner Hanjae Chung mit 3:6. Damit war das WM-Aus des Deutschen besiegelt.

Für das letztlich solide deutsche Ergebnis im griechisch-römischen Stil sorgte Abdolmohammad Papi. Der 60-Kilogramm-Ringer erreichte den Kampf um Bronze und schloss die Weltmeisterschaften auf Platz fünf ab. Im kleinen Finale musste er sich dem Usbeken Alisher Ganiev mit 0:10 technisch überlegen geschlagen geben. Auch wenn die erhoffte Medaille ausblieb, steht mit Rang fünf eine starke Platzierung in der Weltspitze.

Eine weitere Top-Acht-Platzierung steuerte Anton Vieweg bei. Mit zwei Siegen kämpfte er sich bis ins Viertelfinale der Gewichtsklasse bis 97 Kilogramm vor. Nach einem 9:0-Auftakterfolg gegen Nitesh aus Indien setzte er sich im Achtelfinale beim Stand von 1:1 nach den Wertungskriterien gegen den Georgier Roberti Kobliashvili durch. Erst der iranische Olympiasieger Mohammadhadi Saravi stoppte ihn mit 5:0. Da Saravi anschließend im Halbfinale ausschied, erhielt Vieweg keine Chance in der Hoffnungsrunde. Er beendete das Turnier auf dem achten Platz.

Besonders knapp war zuvor auch Franz Richter im Schwergewicht bis 130 Kilogramm ausgeschieden. Sein Auftaktkampf gegen den Ukrainer Mykhailo Vyshnyvetskyi endete mit 5:5 Punkten. Die höhere Einzelwertung entschied zugunsten des Ukrainers. Dessen anschließende Niederlage gegen Riza Kayaalp bedeutete zugleich das Turnierende für Richter.

Mit Papis fünftem und Viewegs achtem Platz stehen zwei wertvolle Ergebnisse unter den besten Acht der Welt. Kraemers knappe Niederlage und Richters Ausscheiden bei Punktgleichstand zeigen zugleich, wie eng Erfolg und Enttäuschung auf diesem Niveau beieinanderliegen.