Kleinostheim ist Herbstmeister – Hösbach stürmt auf Platz zwei

Die Ringer-Bundesliga verabschiedet sich mit einer neu geordneten Spitzengruppe aus der Vorrunde. Während der SC Kleinostheim seine makellose Bilanz verteidigt und sich die Herbstmeisterschaft sichert, setzt der KSC Hösbach seinen Vormarsch fort. Die bisherigen Spitzenreiter Weingarten und Greiz mussten am sechsten Kampftag erstmals Niederlagen hinnehmen.

Weingarten unterliegt im Spitzenkampf
Im mit Spannung erwarteten Aufeinandertreffen zweier bislang ungeschlagener Mannschaften setzte sich Kleinostheim deutlich mit 25:5 gegen die SV Germania 04 Weingarten durch. Allerdings stand der Spitzenkampf unter besonderen personellen Vorzeichen: Wegen der bevorstehenden U23-Weltmeisterschaften fehlte den Gastgebern Darius Kiefer, auf Weingartener Seite standen Manuel Wagin und Louis Lay nicht zur Verfügung. Alle drei gehören zum deutschen Aufgebot für die Titelkämpfe vom 12. bis 18. Oktober in Las Vegas. Ein Vergleich mit Weingartens vergangenen Aufstellungen zeigt jedoch, dass die personellen Veränderungen über diese Namen hinausgingen: Fünf der zehn Positionen waren anders besetzt. Grigore Herta rückte für Horst Lehr ins Team, Daniel Layer für Karen Aslanyan, Ionut Panait für Samuel Bellscheidt, Abdulbaki Gül für Yegor Anchugin und Nico Kiwit für Arsen Balaian. Kleinostheim trat trotz des Fehlens der U23-WM-Teilnehmer Darius Kiefer und Lukas Benzing mit einer hochkarätigen Mannschaft an. Gegenüber dem vorherigen Auswärtskampf in Urloffen rückten unter anderem Kaito Inaba, Kaisei Tanabe und Yoshinosuke Aoyagi ins Team.

Hösbach stoppt Greizer Siegesserie

Nur wenige Kilometer entfernt unterstrich Hösbach seine starke Entwicklung. Mit dem 16:11 gegen den RSV Rotation Greiz beendeten die Unterfranken auch die Siegesserie der Thüringer. Dabei war das Duell ausgeglichener, als die Mannschaftswertung zunächst vermuten lässt: Beide Teams gewannen jeweils fünf Einzelkämpfe. Den Ausschlag gaben vor allem die vier Mannschaftspunkte von Daulet Temirzanov, Abdolmohammad Papi und Michael Widmayer. Temirzanov bezwang Razvan Marian Kovacs mit 20:2 technisch überlegen, Papi ließ Niklas Nimtz beim 15:0 keine Chance. Widmayer erhielt beim Stand von 12:1 gegen Serdar Durmus die volle Wertung durch Disqualifikation des Greizers. Wichtige Punktsiege steuerten Niklas Dorn mit einem 5:0 gegen Moritz Langer und Nikita Suchkov mit einem 5:2 gegen Ramazan Sari bei. Greiz hielt mit fünf eigenen Erfolgen dagegen. Aleksa Illic sammelte durch technische Überlegenheit gegen Finn Stadtmüller vier Punkte; Nicolay Grahmez, Tuncay Vazirzade, Lucas Kahnt und Ilja Klasner holten die weiteren Zähler. Klasner setzte sich im Schwergewicht knapp mit 2:1 gegen WM-Nachrücker Anton Vieweg durch. Nach der Auftaktniederlage gegen Weingarten haben die Vikings damit fünfmal hintereinander gewonnen und sich bis auf Rang zwei vorgearbeitet.
Der KSV Köllerbach nutzte die direkten Duelle der Konkurrenz und gewann beim KSV Witten 07 souverän mit 26:3. Hinter Kleinostheim mit 12:0 Punkten stehen nun Hösbach, Köllerbach, Greiz und Weingarten mit jeweils 10:2. Nur die Kampfpunkte trennen das Verfolgerquartett – entsprechend eng bleibt das Rennen um die Spitzenplätze.
Im Mittelfeld wächst der Druck
Der ASV Schorndorf behauptete sich mit 17:7 beim FC Erzgebirge Aue. Auch Freiburg und Mainz sammelten wichtige Punkte: Die RKG Freiburg 2000 gewann in Hüttigweiler mit 17:13, der ASV Mainz 88 behielt gegen Baienfurt/Ravensburg knapp mit 13:10 die Oberhand. Dieses Trio bildet mit jeweils 8:4 Punkten die unmittelbare Verfolgergruppe. Dahinter liegen Lichtenfels, Burghausen, Reilingen/Hockenheim und Aue mit ausgeglichenen 6:6 Punkten dicht beisammen. Besonders Burghausen und Reilingen/Hockenheim konnten zum Vorrundenabschluss Boden gutmachen: Wacker gewann das direkte Duell gegen Lichtenfels mit 21:11, die RKG setzte sich gegen Weilimdorf deutlich mit 25:7 durch. Für Aue bedeutet die Heimniederlage dagegen einen Rückschlag im Kampf um den Anschluss nach oben.
Urloffen gelingt der erste Sieg
Im unteren Tabellenbereich verschaffte sich der AC Heusweiler mit dem 22:13 beim KV Riegelsberg Luft. Der ASV Urloffen feierte unterdessen mit einem klaren 30:4 bei der RG Saarbrücken seinen ersten Saisonerfolg. Heusweiler schließt mit 4:8 Punkten zu Baienfurt/Ravensburg und Witten auf. Urloffen steht nun ebenso wie Hüttigweiler, Weilimdorf und Riegelsberg bei 2:10. Saarbrücken bleibt als einzige Mannschaft ohne Punktgewinn am Tabellenende. Damit bleibt auch im unteren Drittel vieles offen: Während Urloffen erstmals ein Erfolgserlebnis mitnimmt, müssen die übrigen Mannschaften nach ihren Niederlagen zum Vorrundenabschluss neue Impulse setzen.