Kampfrichterreferent des Weltringerverbandes leitet Kämpfe in Winzeln

KSV Winzeln/Ringen/ Bericht von Martin Trik

Die beiden Heimkämpfe der aktiven Mannschaften des KSV Winzeln am letzten Samstag wurden von einem ganz besonderen Kampfrichter geleitet. Denn kein Geringerer als Antonio Silvestri, der Kampfrichterreferent des Weltringerverbandes (UWW), stand in Winzeln auf der Matte und hinterließ einen souveränen Eindruck. Als beim Kampf der zweiten Mannschaft gegen Villingen die Technik streikte und wie früher mit Punktetafeln gearbeitet werden musste, verbreitete Silvestri keine Hektik und blieb sehr entspannt.
Vor dem Kampf der ersten Mannschaft nutzte Reiner Trik, mehrmaliger deutscher Meister, Vizeeuropameister und zweimaliger Olympiateilnehmer, die Gelegenheit zu einem Interview mit dem 45 jährigen Silvestri. Dieser bedankte sich für die herzliche Begrüßung, und sagte dass er Reiner Trik schon seit fast 40 Jahren kenne und er ein Vorbild für alle Ringer sei.

Seine Ringerkarriere begann mit 6 Jahren beim ASV Oßweil, und führte ihn über Neckarweihingen, Kornwestheim bis in die zweite Liga nach Neckargartach.
Auf die Frage wie man Kampfrichterreferent wird, beschrieb er seinen Werdegang. Mit 16 Jahren habe er die Kampfrichterkarriere begonnen und wurde dabei von Werner Schuster aus Stuttgart sehr gut ausgebildet.
Neben dem Ringen leitete er entweder freitags Rundenkämpfe oder war sonntags bei Turnieren im Einsatz und als Höhepunkt galt die Berufung zur Olympiade 2012 in London. 2015 habe er dann von Präsident Nenad Lalovic einen Anruf bekommen, dass er jetzt Kampfrichterreferent des UWW sei, wobei er fast aus allen Wolken gefallen sei.

Auf die Frage nach dem Profikampfrichter meinte er, dass der Sport sehr schnelllebig sei und dass ein sicherer Arbeitsplatz wichtiger ist und er von seinem Arbeitgeber sehr gut unterstützt wird. Bei der WM vor kurzem in Budapest sei ihm eine besondere Ehre zuteil geworden, denn er wurde mit der „Goldenen Pfeife“ ausgezeichnet, was für ihn sehr emotional gewesen sei.

Warum er heute gerade beim KSV Winzeln im Einsatz sei, meinte er, dass er zurück in die Heimat zu den kleinen Vereinen wolle. Wie man sieht, hat hier das Ringen noch einen hohen Stellenwert und an der Basis könne man was bewegen.
Zur abschließenden Frage nach der Zukunft des Ringens, meinte der sympathische Silvestri, dass diese Sportart olympisch bleiben muss und dafür auch gekämpft werden müsse. Das Ringen sei wieder attraktiver geworden und bei der Olympiade 2020 in Tokio werden die weiteren Weichen gestellt.

Dass er den anschließenden Landesligakampf zwischen dem KSV Winzeln und dem TSV Meimsheim ohne Probleme leitete, verstand sich dann von selbst.