Freistiler überraschen zum WM-Abschluss – fünf Top-Acht-Platzierungen für das deutsche Team
Astana. Mit zwei Top-Acht-Platzierungen haben die deutschen Freistiler zum Abschluss ihres Auftritts bei den Weltmeisterschaften in Astana für erfreuliche Ergebnisse gesorgt. Horst Lehr bis 61 Kilogramm und Mohsen Mansour Siyar im Schwergewicht bis 125 Kilogramm erreichten mit jeweils zwei Siegen das Viertelfinale. Über alle drei Stilarten hinweg stehen damit fünf Platzierungen unter den besten Acht für die deutsche Mannschaft. Die besten Ergebnisse erzielten Abdolmohammad Papi und Anastasia Blayvas mit jeweils Rang fünf.
Lehr und Siyar mit zwei Siegen ins Viertelfinale
Horst Lehr bewies bereits zum Auftakt gegen Dzmitry Shamela aus Belarus Nervenstärke. Beim Endstand von 7:7 setzte er sich aufgrund der Wertungskriterien durch. Anschließend bezwang er den Georgier Giorgi Goniashvili auf Schultern und zog ins Viertelfinale ein. Dort stoppte ihn der Kasache Assyl Aitakyn. Weil dieser anschließend den Finaleinzug verpasste, blieb Lehr die Hoffnungsrunde verwehrt.
Auch Siyar überzeugte mit einem erfolgreichen Turnierbeginn. Gegen Oussama Assad aus Marokko gewann er mit 11:0 durch technische Überlegenheit. Im Achtelfinale folgte ein Schultersieg gegen den Bulgaren Georgi Ivanov. Erst im Viertelfinale musste er sich dem US-Amerikaner Wyatt Hendrickson mit 2:12 geschlagen geben. Dessen Halbfinalniederlage gegen den Iraner Amir Hossein Zare bedeutete zugleich das Turnierende für Siyar.
Joshua Morodion startete bis 86 Kilogramm mit einem 3:2-Sieg gegen Boris Makoev aus der Slowakei. Im Achtelfinale unterlag er dem Georgier Vladimeri Gamkrelidze knapp mit 3:4. Nico Megerle beendete die Titelkämpfe bis 65 Kilogramm auf Platz 31, Gennadij Cudinovic wurde bis 97 Kilogramm 27.
Den letzten deutschen Wettkampfeinsatz bestritt Niklas Stechele bis 57 Kilogramm. Nach seinem 3:1-Auftakterfolg gegen Darian Toi Cruz aus Puerto Rico verlor er im Achtelfinale mit 0:4 gegen den Japaner Yamato Ogawa. Dessen anschließendes Ausscheiden besiegelte auch Stecheles Turnierende.
Papi und Vieweg setzen die Akzente im griechisch-römischen Stil
Abdolmohammad Papi sorgte bis 60 Kilogramm für das beste Ergebnis der deutschen Klassiker. Über die Hoffnungsrunde erreichte er den Bronzekampf, in dem er dem Weltranglistenersten Mukhammadkhasan Ganiev aus Usbekistan mit 0:10 unterlag. Mit Platz fünf verpasste Papi die Medaille knapp.
Anton Vieweg kämpfte sich bis 97 Kilogramm ins Viertelfinale. Dort verlor er gegen den iranischen Olympiasieger Mohammad Hadi Saravi mit 0:5. Da Saravi anschließend im Halbfinale ausschied, erhielt Vieweg keine weitere Chance und beendete die Weltmeisterschaften auf Platz acht.
Für Franz Richter stand im Schwergewicht bis 130 Kilogramm Rang 16 zu Buche. Besonders unglücklich verlief sein Auftaktkampf: Beim 5:5 entschied die höhere Wertung zugunsten seines ukrainischen Gegners. Christopher Kraemer wurde bis 67 Kilogramm 18. Er hatte nach einem 0:7-Rückstand gegen Daniial Agaev eine starke Aufholjagd gestartet, musste sich am Ende aber mit 6:7 geschlagen geben. Samuel Bellscheidt belegte bis 77 Kilogramm Platz 19.
Blayvas erreicht den Bronzekampf – Köhler wird Neunte
Bei den Frauen erzielte Anastasia Blayvas bis 55 Kilogramm mit Platz fünf das beste deutsche Ergebnis. Nach einem Auftaktsieg und einer Viertelfinalniederlage nutzte sie ihre Chance in der Hoffnungsrunde. Mit einem hart erkämpften 4:3 gegen die Kanadierin Karla Lorena Godinez Gonzalez zog sie in den Kampf um Bronze ein. Dort unterlag sie der Japanerin Nagisa Harada.
Laura Köhler verpasste bis 68 Kilogramm mit Rang neun nur knapp eine Platzierung unter den besten Acht. Anne Nürnberger belegte bis 65 Kilogramm Platz elf, Naemi Leistner wurde bis 62 Kilogramm Zwölfte. Annika Wendle beendete das Turnier bis 53 Kilogramm auf Rang 14, Lilly Schneider wurde bis 76 Kilogramm 18.
Gesamtresümee: Positive Ergebnisse, aber keine Medaille
Zwei fünfte Plätze und insgesamt fünf Top-Acht-Platzierungen bilden die sportlichen Höhepunkte des deutschen WM-Auftritts. In allen drei Stilarten gelang deutschen Athletinnen und Athleten der Vorstoß unter die besten Acht. Besonders Lehr und Siyar sorgten mit ihren Viertelfinaleinzügen für einen erfreulichen Abschluss im Freistil.
Die erhoffte Medaille blieb allerdings aus. Während einige Begegnungen durch wenige Wertungen entschieden wurden, zeigten andere Kämpfe gegen internationale Spitzenringer deutlichere Abstände. Für die weitere Entwicklung gilt es, die erfolgreichen Ansätze zu festigen und die Erfahrungen aus Astana gezielt auszuwerten.
Der Dank des Deutschen Ringer-Bundes gilt allen Athletinnen und Athleten, den Trainerteams sowie dem gesamten Betreuungs- und medizinischen Team für ihren Einsatz. Ebenso bedankt sich der DRB bei allen Fans und Unterstützern, die die Mannschaft während der Weltmeisterschaften begleitet haben.









