Denis Kudla verlässt die internationale Bühne

Denis Kudla gewinnt die zweite Bronzemedaille  bei den Olympischen Spielen in Tokio / © Kadir Caliskan UWW

Ein weiterer Spitzenringer zieht die Ringerschuhe aus, nach Aline Rotter-Focken und Frank Stäbler verlässt jetzt mit Denis Kudla zu Beginn des nächsten Jahres auch der dritte Medaillengewinner der Olympischen Spiele von Tokio die internationale Bühne.

Kudla veredelte Bronze von Rio 2016 mit seiner zweiten olympischen Bronzemedaille, die er in Tokio gewinnen konnte. Zwei olympische Medaillen gewann zuletzt Maik Bullmann, der 1992 Olympiasieger wurde und in Atlanta 1996 Bronze gewann.

Mit 11 Jahren ging Denis Kudla an den Ringerstützpunkt nach Schifferstadt, um eine leistungssportliche Laufbahn einzuschlagen, seither prägte der Ringkampfsport sein gesamtes Leben. 2010 betrat Denis Kudla die internationale Bühne, bei den Europameisterschaften der Kadetten belegte der Griechisch-Römisch-Spezialist den 19. Platz.

Doch schon ein Jahr später kämpfte sich das Ringer-Talent, auf das Siegerpodium, bei den Europameisterschaften 2011 verbuchte Denis Kudla Bronze bei den Europameisterschaften und verbuchte im selben Jahr als Kadetten-Weltmeister seinen ersten, großen Titel.

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Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio / © UWW

Erfolge sammelte der Ringer mit polnischen Wurzeln auch im Juniorenbereich, wo er 2013 Europameister wurde, 2014 gelang ihm als Vize-Weltmeister erneut der Sprung auf das Siegertreppchen. Bereits ein Jahr später stand Denis Kudla auch bei den 23-jährigen Männern als Europameister im polnischen Waldenburg auf dem obersten Treppchen, wobei er auch den Bogen in den Männerbereich schlug. 2016 in Riga sicherte sich der Schifferstädter mit Bronze, das erste Edelmetall bei den Männern, schaffte aber auch im gleichen Jahr mit dem 1. Platz beim Qualifikationsturnier in Istanbul den Sprung zu den Olympischen Spielen, wo Denis Kudla seine bisherige Laufbahn mit Bronze krönte.

Diesem Erfolg von Rio ließ der Sportsoldat aus der Bundeswehr Sportfördergruppe Bruchsal, Silber bei den Weltmeisterschaften 2017 in Paris und Bronze bei den Europameisterschaften 2018 in Kaspiisk folgen. Weitere Bronzeränge fuhr der heute 28-jährige bei den Europameisterschaften 2019 in Bukarest und bei den Weltmeisterschaften des gleichen Jahres im kasachischen Nur-Sultan ein, womit er sich in Kasachstan zugleich direkt für die Olympischen Spiele in Tokio qualifizierte.

Dort schaffte Denis Kudla mit der Verteidigung des Bronzeranges bei den Olympischen Spielen in Tokio, die coronabedingt ein Jahr später ausgetragen wurden, einen weiteren Höhepunkt seiner Laufbahn, der nun auch sein Letzter gewesen sein soll.

Denis Kudla mit Bundestrainer Michael Carl

„Mit 11 Jahren habe ich mit Leistungssport begonnen, das sind inzwischen 17 Jahre vollgepackt mit intensiven, leistungsorientiertem Training, mit Tränen und Jubel, mit Erfolgen, aber auch Mißerfolgen“, so Kudla, der international beständig auf Spitzenrängen zu finden und so ein zuverlässiger Medaillengewinner für den Deutschen Ringer Bund war.

„Zunächst wollte Denis ein Jahr pausieren und die Kräfte für Paris 2024 neu sammeln, doch er merkte, dass dieses Feuer, diese Begeisterung nicht mehr so groß ist, wie vor Rio, oder Tokio“, berichtet Bundestrainer Michael Carl von den zahlreichen Gesprächen mit seinem Schützling.

„Als ich erfahren habe, dass Denis seine internationale Karriere beendet, war ich sprachlos, weil ich davon ausgegangen bin, dass er 2024 noch einmal angreift, aber als ich die Argumente erfahren habe, konnte ich sie nachvollziehen“, so DRB-Präsident Jens-Peter Nettekoven. „Er ist einer der erfolgreichsten Ringer, die wir in den letzten Jahren hatten, zweimal Bronze bei Olympischen Spielen zu holen, ist schon etwas ganz Besonderes“, hofft der DRB-Präsident, dass Denis Kudla auch nach Beendigung seiner Laufbahn dem Ringkampfsport erhalten bleibt. „Das Greco Team wird Denis allerdings bis zu den Olympischen Spielen 2024 in Paris weiterhin unterstützen“, freut sich Bundestrainer Michael Carl über die Unterstützung.

Damit geht eine lange- und sehr erfolgreiche, internationale Ringerlaufbahn zu Ende. Erleben kann man Kudla noch bei den Bundesligakämpfen des VfK Schifferstadt, zu dem er nach seinem ‚Ausflug‘ zum SV Alemannia Nackenheim zurückkehrte, der in diesem Jahr in die 2. Bundesliga aufstieg.

Text: Jörg Richter

Bilder: Kadir Caliskan