Vordreh WM 2022 in Belgrad (SRB) – Nachgefragt bei Frauen-Bundestrainer Patrick Loes

Dortmund – ‚Starke Frauen hat das Land‘ ! … und gerade die deutschen Ringerinnen haben es bei zahllosen Wettkämpfen immer wieder bewiesen, dass sie zur internationalen Spitze gehören. Doch wie sieht es aus im Jahr eins, nach dem Rücktritt von Aline Rotter-Focken aus, die mit Olympiagold um den Hals ihre Ringerstiefel an den berühmten Nagel gehangen hat und inzwischen glückliche Mama ist ? Die Olympiasiegerin von Tokio 202One wird in Belgrad dabei sein, allerdings neben der Ringermatte, sie kommentiert für den Weltverband die Halbfinals und Finals der Frauen, die im Mittelteil der Weltmeisterschaft kämpfen werden.

Bundestrainer Patrick Loes hat die Mannschaft etwas verjüngt, Francy Rädelt tritt in die Fußstapfen von Aline Rotter-Focken im schwersten Frauenlimit bis 76 Kilo, die Vizeweltmeisterin der Junioren von 2021 Lilly Schneider (72 kg) bestreitet bei den Frauen ihr WM-Debüt.

Vor den anstehenden Weltmeisterschaften sprachen wir mit Bundestrainer Patrick Loes über den aktuellen Stand der Vorbereitung mit Blick auf den Jahreshöhepunkt.

Die Frauenmannschaft hat sich in der Sportschule Hennef auf die Weltmeisterschaft vorbereitet, wie verlief das Trainingscamp, dem sich auch weitere internationale Verbände angeschlossen haben  ?

Patrick Loes: „Die Vorbereitungen in Hennef liefen gut und zum Glück auch verletzungsfrei, es war ein Lehrgang mit hoher internationaler Qualität. Wir haben gemeinsam mit starker, internationaler Konkurrenz trainiert, zu der eine große Delegation aus China gehörte, die zu den TOP-3 Nationen der Welt gehört. Unsere DRB-Mädels haben die Trainingspartner gut nutzen können, wir haben intensiv und sehr individuell mit Athletinnen zusammengearbeitet, ich war sehr zufrieden mit dem Einsatz unserer Ringerinnen“.

Wie trainieren die Frauen bis zur Weltmeisterschaft ?

Patrick Loes: „Am vergangenen Sonntag endete der Lehrgang, jetzt heißt es erstmal durchatmen und regenerieren.  Alle Athletinnen sind zur Zeit für eine Woche im Heimbereich. Wir treffen uns dann nochmal 4 Tage vor der WM zu eine Kaderkonzentrierung und fliegen dann gemeinsam nach Belgrad“.

Wie ist die Stimmung im Team ?

Patrick Loes: „Die Stimmung innerhalb der Mannschaft ist gut, die harten Trainingseinheiten in der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung sind vorbei und jetzt freuen wir uns auf die anstehende Weltmeisterschaft in Belgrad“.

Wie waren die Nominierungskriterien für die Weltmeisterschaft ?

Patrick Loes: „Es gibt feste DRB-Nominierungskriterien, wir hatten in diesem Jahr aus unterschiedlichen Gründen wie Verletzungen, oder bedingt durch das Aufrücken in eine olympische Kategorie, keine Konkurrenz innerhalb der einzelnen Gewichtsklassen. Es würde den Rahmen sprengen, wenn ich zu jeder Sportlerin die einzelnen Turnierleistungen aufzähle, die zur Nominierung führten“.

Mit Anna Schell fehlt eine der deutschen Medaillenkandidatinnen ?

Patrick Loes: „Anna Schell hat Anfang August aus persönlichen Gründen die Titelkämpfe in Belgrad abgesagt“.

Welche Ziele hat sich das deutsche Frauenteam für die Weltmeisterschaft in Belgrad gesteckt ?

Patrick Loes: „Es ist ein erster Testlauf in Richtung Olympische Spiele 2024 in Paris. Insgesamt sind wir nun etwas breiter aufgestellt, das heißt in mehreren Gewichtsklasse sind wir auf europäischem Niveau konkurrenzfähig, was die Europameisterschaft zeigte, doch eine Weltmeisterschaft ist da aber noch eine ganz andere Hausnummer, da müssen wir realistisch sein. Wir freuen uns jetzt auf Belgrad und ich traue meinen Mädels zu, dass sie auch in so einem Turnier über sich hinauswachsen können. Drückt uns also alle Daumen, wir werden auf jeden Fall alles geben“!

Jörg Richter

Das deutsche Frauenteam für die Weltmeisterschaft in Belgrad:

50 kg: Lisa Ersel
55 kg: Nina Hemmer
57 kg: Sandra Paruszewski
59 kg: Elena Brugger
62 kg: Luisa Niemesch
72 kg: Lilly Schneider
76 kg: Francy Rädelt