Sturmlauf der Juniorinnen endete in historischer Bilanz

Daniel FISCHER / Foto: Kadir Caliskan UWW

Rom – Die italienische Hauptstadt ist ein gutes Pflaster für die deutschen Junioren und Juniorinnen. 2018 holte der DRB-Nachwuchs bei den kontinentalen Meisterschaften dieser Altersklasse, an gleicher Stelle Gold und Silber durch die beiden griechisch-Römisch-Spezialisten Andrej Ginc und Franz Richter, eine weitere Silbermedaille durch Eyleen Sewina, sowie viermal Bronze durch Ellen Riesterer, Serena Bölke, Debora Lawnitzak und Freistilspezialist Ertugrul Agca.

Diese Medaillenbilanz könnte 2022 gar noch überboten werden, denn nunmehr stehen ebenfalls sieben Medaillen zu Buche. Doch es kann noch einmal Edelmetall durch Freistilringer Kiril Kildau (92 kg/KSK Konkordia Neuss) dazu kommen, der am 7.- und letzten Kampftag die Hoffnungsrunde bestreiten wird und damit noch Chancen auf Bronze hat – es wäre dann die ‚sagenhafte‘ achte Medaille für Deutschland bei diesen Titelkämpfen.

Nach dem Spitzenresultat der Griechisch-Römisch-Spezialisten, mit Silber durch Connor Sammet, sowie zwei Bronzemedaillen, die durch Georgio Scarpello und Deni Nakaev erkämpft wurden, gab es einen Sturmlauf der jungen Damen, die mit dem Gewinn des Europameistertitels durch die Berlinerin Olivia Andrich den I-Punkt setzten. Silber holte Luisa Scheel, die nur hauchdünn an Gold scheiterte, zweimal Bronze ging an  Sophia Schäfle und Jennifer Rösler.

„Wir wussten, dass wir eine starke Mannschaft am Start haben, aber angesichts dieser starken Bilanz fehlen mir etwas die Worte“, so Bundestrainer Christoph Ewald, der den guten Draht zu den Trainern in die Bundes- und Landesleistungszentren unterstrich, der aus seiner Sicht ausschlaggebend für den Erfolg der deutschen Juniorinnen war. „Ich setze vor allem auf Teamgeist und die Riege hat Zusammenhalt gezeigt“, so Ewald weiter. „Vor allem Olivia Andrich hat souveräne Kämpfe absolviert, sich an die gemeinsam ausgearbeitete Marschroute gehalten, aber auch ihr technisches Repertoire kreativ umgesetzt“, so Christoph Ewald weiter, der darauf verweist, dass nach knappen Niederlagen von Luisa Scheel im Finale und Jennifer Rösler im Halbfinale noch weitaus mehr möglich gewesen wäre. Doch nun drückt er seinem Zwillingsbruder Marcel Ewald die Daumen, der mit den Freistilringern den Schlusspunkt hinter die Titelkämpfe von Rom setzen wird.

Doch im freien Ringkampf erwies sich die Konkurrenz als sehr stark. Am 5. Kampftag rückten Adrian Barnowski (79 kg/SV Johannis Nürnberg) und Alan Golohammadi (70 kg/RC Germania Potsdam) in die Hoffnungsrunde vor, die allerdings verloren ging.

Adrian Barnowski unterlag hauchdünn dem späteren Finalisten Sabir Jafarov (AZE) mit 4:5 Punkten und stand am Samstagvormittag im ersten Hoffnungsrundenduell dem Belgier Muhammad Abdurachmanov gegenüber, gegen den er mit 5:10 unterlag und damit endgültig aus dem Turnier ausschied.

Alan Golmohammadi verlor seinen Achtelfinalkampf gegen den Georgier Otari Adeishvili mit 0:9, unterlag jedoch am Freitag in der Hoffnungsrunde gegen den Spanier Gabriel Ramos mit 1:4 und schied ebenfalls aus.

Julien Zinser (65 kg/VfK Schifferstadt) gewann seinen Auftaktkampf gegen den Italiener Paolo Pio Lumia klar mit 13:2, unterlag im Viertelfinale jedoch gegen Mehmet Celik (TUR) und schied aus dem Titelrennen aus, da der türkische Ringer das Finale verfehlte. Auch Manuel Wagin (61 kg/KSV Rimbach) gewann sein erstes Duell mit Schultersieg über Fabian Niedzwiedzki (POL), kassierte dann aber eine Niederlage gegen Ramik Heybatov (AZE), der dann allerdings auch eine Runde später unterlag und damit nicht das Finale erreichte.

Karamjeet Holstein (57 kg/KFC Leipzig), Stas David Wolf (74 kg/ASV Schwäbisch Hall), Daniel Fischer (86 kg/ASV Urloffen) und Yusuf Senyigit (92 kg/SV Johannis Nürnberg) schieden nach ihren Auftaktkämpfen aus und können auch nicht mehr über die Hoffnungsrunde ins Kampfgeschehen eingreifen, da ihre Kontrahenten das Finale verfehlten.

Die deutschen Hoffnungen lasten nun auf den Schultern von Kiril Kildau, der als letzter Freistilspezialist am Sonntagnachmittag noch im Rennen ist.

Jörg Richter