Gelungene DM der Männer und Frauen im Saarland

Vom 21. bis 22. Mai fanden die Deutsche Meisterschaften der Frauen und Männer im freien Stil statt. Der KV 03 Riegelsberg erwies sich einmal mehr als hervorragender Gastgeber. Bereits am Freitagabend hatten die Vereinsverantwortlichen das DRB-Präsidium, die Kampfrichter, Delegierte der Landesorganisationen sowie zahlreiche Sponsoren und Vereinsmitglieder zu einem sehr schönen Empfang eingeladen. DRB Präsident Jens Nettekoven bedankte sich besonders bei den mehr als 100 Helferinnen und Helfern, die sich unter Regie von Ralf Diener in den Dienst der Meisterschaft gestellt hatten.

Unter den Augen des Ministerpräsidenten für Inneres, Bauen und Sport Reinhold Jost, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Oliver Luksic, Staatssekretär Wolfgang Förster Finanzen und Wissenschaft, Bernd  Wegner, Mitglied des saarländischen Landtags, Bürgermeister Klaus Häusle sowie vielen Zuschauern aus ganz Deutschland wurde am Samstagmorgen pünktlich um 10 Uhr unter großem Beifall die Deutschen Meisterschaften in einem feierlichen Rahmen mit der deutschen Nationalhymne eröffnet und den Zuschauern wurde Ringen vom Feinsten geboten. Die Hallensprecher T. Eigenbrodt sowie J. Bick und C. Wegner führten die Zuschauer gekonnt und mit vielen hilfreichen Informationen durch die Meisterschaft. 180 Kämpfe und 10 Stunden später waren am Samstagabend die ersten Deutschen Meisterinnen sowie die Final-Paarungen der Männer ermittelt.

Bei den Frauen wurde mit Ausnahme der Gewichtsklassen 50kg und 55kg nordisch gerungen, so dass bereits am Abend die Deutschen Meisterinnen feststanden. In der Gewichtsklasse bis 53kg wurde Olivia Andrich vom SV Luftfahrt Ringen Deutsche Meisterin vor Angelina Purschke vom SV Warnemünde. Platz 3 belegte unter großem Jubel der saarländischen Zuschauer Sophie Seimetz vom KSV Köllerbach.

Sandra Paruszewski vom AV Sulgen sicherte sich am Ende völlig verdient in der Gewichtsklasse bis 57kg nach drei technisch überhöhten Siegen sowie einem Schultersieg die Goldmedaille. Silber ging an Marie Trayer vom KSV Appenweier, Bronze an Mia Oswald vom SC Korb. Ebenfalls nach vier bärenstarken Siegen stand mit Elena Brugger vom TuS Adelhausen die Deutsche Meisterin in der Gewichtsklasse bis 59kg fest vor Anne Nürnberger (KSC Apolda) und Luna Rothenberger (RC Chemnitz). Luisa Niemesch (62kg) vom SV Weingarten sicherte sich mit zwei Schultersiegen und zwei technisch überhöhten Siegen ebenfalls völlig verdient die Goldmedaille vor Elena Sell vom TSV Gailbach und Viviane Herda vom KSV Witten.

In der Gewichtsklasse bis 65kg erlebten die Zuschauer einen starken Kampf auf Augenhöhe zwischen Eyleen Sewina vom RSV Greiz und Chiara Hirt vom KSV Gottmadingen, den E. Sewina am Ende hauchdünn mit 9:8 Punkten für sich entscheiden konnte. Bronze sicherte sich Gerda Barth vom FC Ergebirge Aue. Debora Lawnitzak vom SV Luftfahrt Ringen wurde Deutsche Meisterin in der Gewichtsklasse bis 68kg vor Katharina Gilewitsch vom SV Warnemünde und Lena Rösler vom AC Ückerath.

Anna Schell (72kg), die diesjährige Europameisterin, wurde verdient Deutsche Meisterin vor Lilly Schneider vom RV Thalheim und Lara Flachs vom 1. Luckenwalde SC.

In der Gewichtsklasse bis 76kg gingen mit Francy Rädelt (RSV Frankfurt/Oder) und Laura Kühn (SV Luftfahrt Ringen) lediglich zwei Teilnehmerinnen an den Start. Mit einem sicheren 0:9 sowie einem 2:7 Punktesieg sicherte sich Francy Rädelt die Goldmedaille.

Am Sonntagmorgen wurden in den Finalkämpfen dann die Medaillengewinner aller Männer sowie der Frauen in den Gewichtsklassen 50kg und 55kg ermittelt.

Bevor es jedoch auf der Matte um Medaillen ging, überreichte der KV Riegelsberg zunächst erst noch einen Scheck in Höhe von 11.707,11 Euro an die Initiative #weareallukrainians. Diese stolze Summe konnte im April dieses Jahres beim Benefizturnier zugunsten von Kriegsflüchtlingen gesammelt werden.

Und dann wurde es wieder sportlich. Horst Lehr (ASV Ludwigshafen) sicherte sich mit einem 4:1 Sieg über Niklas Stechele (TSV Westendorf) die Goldmedaille, Bronze gewann Karamjeet Holstein vom KFC Leipzig. Mit einem souveränen 12:0 Sieg sicherte sich Viktor Lyzen vom KSV Köllerbach die Goldmedaille. Silber für Purya Jamali-Esmaeili-Kandi vom TV Aachen-Walheim und Bronze für Marcel Wagin vom KSV Rimbach.

Mit 14 Teilnehmern stark besetzt war die Gewichtsklasse bis 65kg. In einem tollen Kampf konnte sich Aleksander Semisorow vom ASV Mainz im Finale hauchdünn mit 7:6 Punkten gegen Niklas Dorn vom KSC Hösbach durchsetzen, nachdem beide Ringer ihre Vorkämpfe mit Bravour gemeistert hatten. Bronze erkämpfte sich Nico-Antonio Zarcone, der von den Riegelsberger Fans lautstark gefeiert wurde, ebenfalls Bronze für Valentin Seimetz vom KSV Köllerbach.

Kevin Henkel (70kg) vom TuS Adelhausen sicherte sich nach drei Siegen im Finale mit einem ungefährdeten 11:0 Punktesieg gegen Adrian Barnowski vom SV Johannis Nürnberg die Goldmedaille. Bronze erkämpften sich Nico Schmitt vom KSV Rimbach und Shamil Ustaev vom ASV Schorndorf.

Für Kubilay Cakici von der RWG Mömbris-Königshofen war in der Gewichtsklasse bis 74kg das Finale zu keiner Zeit gefährdet. Er besiegte Lukas Kahnt vom RV Thalheim mit 11:0.

Bronze sicherten sich Richard Schröder vom 1. Luckenwalde SC und Gregor Eigenbrodt vom KSV Witten.

Die Gewichtsklasse bis 79kg war mit 18 Teilnehmern am stärksten besetzt. Im kleinen Finale konnten sich Ansgar Reinke vom SV Preußen Berlin sowie Marcel Käppeler vom KSV Taisersdorf durchsetzen, wobei insbesondere der Kampf des Taisersdorfers gegen Christoph Henn vom SC Kleinostheim für sehr viel Jubel in der Halle sorgte. Ein älterer Fan am Mattenrand: Das sind die Kämpfe, die wir sehen möchten. In einem Kampf auf Augenhöhe siegte der fünf Jahre jüngere Käppeler am Ende mit 10:7.

Im Finale sicherte sich Martin Obst (1. Luckenwalde SC) mit einem 3:0 Punktesieg gegen Andreas Walter vom SC Unterföhring die deutsche Meisterschaft. Danach wurde es sehr emotional, denn Martin Obst stellte nach seinem Sieg die Ringerschuhe auf die Matte. Die Zuschauer feierten M. Obst, der sich mit 36 Jahren von der Ringerbühne verabschiedet, völlig verdient mit Standing Ovations. Unter Tränen bedankte sich M. Obst bei seinen Liebsten sowie bei seinen Trainern, Wegbegleitern und Fans. Dem Ringer-Nachwuchs machte er Mut, niemals aufzugeben, auch wenn es einmal nicht so gut läuft. Im Jahr 2000 begann die Karriere von Martin Obst mit einem 8. Platz in der C-Jugend in der Gewichtsklasse bis 42kg. Mit seiner heutigen Goldmedaille erkämpfte er sich insgesamt sechsmal den Titel Deutscher Meister. Sein größter Erfolg auf internationaler Bühne war der 2. Platz bei der Europameisterschaft 2018. Ein Sympathieträger, ein großartiger Trainingspartner, ein guter Freund, ein Vorbild, ein toller Mensch – so lobten ihn viele Ringerfreunde und dem DRB bleibt nur zu sagen „vielen Dank für die gemeinsame Reise und alles erdenklich Gute für die Zukunft“.

Ein Herzschlagfinale bekamen die Zuschauer in der Gewichtsklasse bis 86kg zu sehen. Lars Schäfle von der RKG Freiburg 2000 und Joshua Morodion vom VfL Tegel schenkten sich nichts. Mit einem knappen 5:3 Sieg gewann Schäfle und wurde Deutscher Meister. Platz 3 sicherten sich Johannes Deml vom KSC Hösbach und Alen Tamrazov vom ASV Mainz.

Johannes Mayer (92kg) vom ATSV Kelheim wurde Deutscher Meister vor Andre Timofeev (Red Devils Heilbronn) und Kiril Kildau vom KSK Neuss.

Eric Thiele (KAV Mansfelder Land) sicherte sich seinen Finalsieg in der Gewichtsklasse bis 97kg gegen Ertugrul Agca vom TV Essen-Dellwig mit einem 4:0 Punktesieg. Platz 3 ging an Wladimir Remel vom ASV Mainz sowie Ewald Stoll vom SV Johannis Nürnberg.

Viermal 10:0 lautete die am Ende die bärenstarke Bilanz des neuen Deutschen Meisters Gennadij Cudinovic in der Gewichtsklasse bis 125kg. Silber für Artur Rohleder von der SG Weilimdorf, Bronze sicherte sich Oliver Kock vom SC Roland Hamburg.

In den letzten Finalkämpfen der Frauen drückte Lisa Ersel vom SV Luftfahrt Berlin Lokalmatadorin Jessica Lindner in der Gewichtsklasse bis 50kg auf beide Schultern und wurde verdient Deutsche Meisterin. Michelle Schnapp vom RSV Frankfurt/Oder sicherte sich die Bronzemedaille.

Wer im letzten Kampf der Frauen in der Gewichtsklasse bis 55kg dachte, die Goldmedaille sei Nina Hemmer, der routinierten Ringerin vom AC Ückerath sicher, der sollte sich täuschen. Ihre acht Jahre jüngere Gegnerin Josefine Purschke vom SV Warnemünde kämpfte verbissen und unterlag am Ende nur ganz knapp mit 6:7 Punkten. Ein starkes Ergebnis und eine Silbermedaille, auf die die Ringerin von der Ostsee sicherlich sehr stolz sein kann. Bronze erkämpfte sich Purschkes Mannschaftskameradin Rebekka March.

Die Medaillen, die Ehrenpreise in Form eines „Hüftgelenks“ im Gesamtwert von über 80.000 € sowie die Urkunden wurden u.a. von Jens Nettekoven, Frank King, Alexander Leipold, Martina Göhringer und Ingo Breuer überreicht.

In der Länderwertung sicherte sich bei den Männern Südbaden (52 Punkte) den Gesamtsieg vor Bayern (47 Punkte) und Württemberg (45 Punkte). Bei den Frauen siegte Mecklenburg-Vorpommern vor Berlin, Südbaden belegte den 3. Platz und so konnte die Ringerinnen und Ringer aus Südbaden am Ende zwei Pokale entgegennehmen.

Der DRB bedankt sich beim Ausrichter KV 03 Riegelsberg für die sehr gelungene Meisterschaft. Die Glückwünsche gehen an alle erfolgreichen Ringerinnen und Ringer der diesjährigen Deutschen Meisterschaften im freien Stil und wir sind uns sicher, dass wir so einige Medaillengewinner in den nächsten Monaten auch international wiedersehen werden. Und allen, bei denen es nicht so geklappt hatte, wie erhofft, legen wir die Worte von Martin Obst ans Herz: „Macht weiter, gebt nicht auf, dann folgen auch die Siege“.

Bericht: D. Oldak