Deutsche Meisterschaften der Junioren und Juniorinnen in Neuss (NRW) und Langenlohnsheim (RHL)

Die Deutschen Meisterschaften der Junioren und Juniorinnen sind Geschichte, Langenlohnsheim und Neuss waren ambitionierte Gastgeber von Titelkämpfen, in denen sich in vielen Gewichtsklassen die Favoriten durchsetzen konnten.

Bei den Titelkämpfen der Griechisch-Römisch-Ringer in Neuss waren es die Titelverteidiger Georgios Scarpello (55 kg/ASV Schorndorf), Marco Stoll (67 kg/AVG Markneukirchen), Aaron Bellscheid (72 kg/KSK Konkordia Neuss) und Sammet Connor (97 kg/FC Erzgebirge Aue), die erneut den Sprung auf das Siegertreppchen schafften.

Spannend ging es im Limit bis 97 Kilo zu, wo sich Emil Thiele (KAV Mansfelder Land) im Halbfinale gegen Nikita Ovsjanikov (RG Lahr) knapp durchsetzte, im Finale scheiterte Thiele jedoch an Sammet Connor aus Aue, der damit seinen Titelgewinn aus dem Vorjahr wiederholte.

Spannungsgeladen ging es auch im Halbfinalduell zwischen Marco Stoll (AV Germania Markneukirchen) und Nick Allgaier (KSV Haslach i.K.) zu, wobei Stoll am Ende beim 9:8 die Nase vorn hatte und ins Finale einzog, wo er mit dem jungen Matti Stolt aus Stralsund wenig Mühe hatte.

Eine rießen Überraschung schaffte Fabian Bendl (TSV Ehningen), der sich im schwersten Limit bis 130 Kilo durchsetzte und im Finale David Ovsjanikov (ASV Vörstetten) knapp bezwingen konnte. Mit Lukas Laible schaffte ein weiterer Ringer aus Württemberg einen Titelgewinn, im Limit bis 82 Kilo setzte sich der Ringer von der SG Weilimdorf im Finale mit einem kämpferischen Kraftakt gegen Michael Janot von den Nürnberg Grizzlys durch.

Riesenjubel im nordbadischen Lager gab es in der Hammfeldhalle, als Janis Heinzelbecker (60 kg/SVG Weingarten) nach einem 8:1-Sieg über Calvin Stiller (KSK Konkordia Neuss) die Oberhand behielt und den vier Deutschen Meistertiteln seines Vaters Frank, der ihn auch am Mattenrand betreute, seinen ersten nationalen Erfolg zur Familienchronik hinzufügte.

Eine makellose Bilanz konnte auch Numan Bayram (ASV Hüttigweiler) vorweisen, der erst im Finalduell beim klaren 9:1 gegen Daniel Ufelmann (RSC Pirmasens-Fehrenbach) einen ersten Kampfpunkt abgab.

Überragend war jedoch die geballte Stärke der Riege aus Nordrhein-Westfalen, insbesondere des gastgebenden KSK Konkordia Neuss. Deni Nakaev (77 kg/KSK Konkordia Neuss) feierte in Neuss, auf heimischen Matten seinen insgesamt 5. Deutschen Meistertitel, im Finale schulterte er seinen Vereinskameraden Ivan Tagner, der bis dahin ebenfalls souverän kämpfte. Bronze ging in diesem Limit an Noah Englich (KSV Witten), der sich mit technischer Überlegenheit gegen Elias Allgaier (KSV Hofstetten) durchsetzte. Die zweite Bronzemedaille in diesem Limit gewann mit Albert Nakaev ebenfalls ein Lokalmatador aus Neuss in überzeugender Manier. Im Limit bis 72 Kilo zog Aaron Bellscheid seine Kreise, selbst im Finale setzte sich der Ringer vom KSK Konkordia Neuss mit technischer Überlegenheit gegen Louis Lay (SVG Nieder-Liebersbach) durch, dem auf dem Weg ins Finale auch keine Geschenke gemacht wurden.

Mit 58 Punkten gewann Gastgeber KSK Konkordia Neuss die Vereinswertung vor dem ASV Hüttigweiler (28) und dem KSV Tennenbronn (17). In der Länderwertung lag Südbaden (95 Punkte) vor Nordrhein-Westfalen (79) und Württemberg (65).

Alle Ergebnisse auf http://www.turniere.ringen-nrw.de

Im Weinanbaugebiet Rhein-Nahe, in Langenlohnsheim trafen sich 92 junge Männer und 44 Damen, die um die Deutschen Meistertitel im Freistil kämpften.

Die Decke bei den Juniorinnen ist dünn, doch die Spitzenringerinnen lieferten souveräne Kämpfe ab. Michelle Schnapp (RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) gab im leichtesten Limit bis 50 Kilo in allen vier Begegnungen keinen einzigen Kampfpunkt ab, ebenso wie Olivia Andrich vom SV Luftfahrt Berlin, die in ihrer Kategorie bis 53 Kilo alle Kämpfe vorzeitig gewann.

Nach verletzungsbedingter Pause meldete sich auch Rebekka March (SV Warnemünde) eindrucksvoll zurück und holte sich souverän den Titel.

Ebenso dominierte Naemi Leistner (57 kg/RV Thalheim) in ihrer Gewichtsklasse, die junge Ringerin aus dem Erzgebirge sammelte 35:1 Kampfpunkte in vier Begegnungen. Weitaus schwerer hatte es Luna Rothenberger vom RC Chemnitz, die sich eine Kategorie höher (59 kg) souverän ins Finale kämpfte, dort durch einen knappen 5:4-Sieg über Sonja Nguyen (SV Preussen Berlin), die ebenfalls unangefochten den Kampf um die Goldmedaille erreichte, den Deutschen Meistertitel gewann.

Luisa Scheel (62 kg/SV Warnemünde) ließ mit EM-Bronze bei den Europameisterschaften der U-23 Anfang des Jahres aufhorchen, nun sicherte sich die Ringerin, die am Bundesstützpunkt Frankfurt/O. trainiert, nach Platz zwei im Vorjahr den Deutschen Meistertitel. Die Vorentscheidung fiel im zweiten Duell, wo sie Adelheid Przybylak (1.AC Regensburg) mit 3:2 Punkten bezwang.

Den Titelgewinnerinnen aus dem Nordosten stellten sich in den Gewichtsklassen 65 und 68 Kilo zwei Ringerinnen aus Südbaden entgegen. Chiara Hirt (KSV Gottmadingen) ließ im Limit bis 65 Kilo nichts anbrennen und bezwang auch Gerda Barth aus Aue mit 4:0, die auch schon auf Bronze beim Olympischen Jugend-Festival 2019 in Baku (AZE) verweisen kann.

Im Limit bis 68 Kilo waren Sophia Schäfle (RKG Freiburg 2000) und Lena Rößler vom AC Ückerath die Favoritinnen, die sich dann auch einen spannenden Kampf lieferten, aus dem die Südbadenerin, die im Vorjahr EM-Silber bei den Juniorinnen gewann und 2022 den 5. Rang bei den Europameisterschaften der U-23 belegte, mit 16:11 gewann und sich damit auf das oberste Siegertreppchen katapultierte.

Mit Lara Flachs (1. Luckenwalder SC) ging im Limit bis 72 Kilo nur eine Teilnehmerin über die Waage, im schwersten Limit setzte sich Laura Kühn (SV Luftfahrt Berlin) in zwei Duellen gegen Lotta Englich (KSV Witten) durch und verteidigte damit ihren Titel aus dem Vorjahr.

Jubel gab es damit vor allem im Lager der Ringerinnen aus dem Bundesstützpunkt Frankfurt/O., die mit fünf Deutschen Meistertiteln durch Michelle Schnapp, Rebekka March, Luisa Scheel, Lara Flachs und Laura Kühn starke Leistungen nachwießen.

Die Vereinswertung gewann bei den Juniorinnen der sächsische Traditionsverein RV Thalheim vor dem SV Luftfahrt Berlin und dem SV Warnemünde. In der Länderwertung lag Sachsen ebenfalls ganz vorn, vor Südbaden und Berlin.

Einen Schichtwechsel gab es bei den Junioren, da die meisten Auswahlringer des Vorjahres zu den Männern  der U-23 aufrückten. Damit gab es einige neue Titelträger.

Karamjeet Holstein (KFC Leipzig) rückte als Meister der A-Jugend in den Juniorenbereich auf, wo er im Vorjahr schon Silber gewinnen konnte und katapultierte sich mit drei vorzeitigen Überlegenheitserfolgen auf das oberste Treppchen, ebenso wie Marcel Wagin (KSV Rimbach) eine Kategorie höher, der 2021 ebenfalls den Titel in der A-Jugend gewann und nun die Goldmedaille bei den Junioren entgegennahm.

Julien Zinser (65 kg/VfK Schifferstadt) war einer der wenigen Spitzenringer, die in der Juniorenklasse verblieben, der Schifferstädter ließ nichts anbrennen und gewann alle Kämpfe vorzeitig, sicherte sich damit seinen insgesamt 4. Deutschen Meistertitel.  Nach Bronze im Vorjahr kämpfte sich Nico Schmitt (70 kg/KSV Rimbach) in Langenlohnsheim auf das oberste Siegertreppchen. Im Finale verwieß er Leon Rul vom KSV Herbrechtingen mit einem 6:3-Punktsieg auf den Silberrang.

Stas David Wolf (ASV Schwäbisch Hall) verteidigte souverän seinen Vorjahrestitel, mit drei klaren Siegen holte er Gold im Limit bis 74 Kilo. Bei den Titelkämpfen in Rimbach 2021 holte sich Alan Golmohammadi die Bronzemedaille, 2022 in Langenlohnsheim wurde es für den Ringer vom RC Germania Potsdam erstmals wieder DM-Gold nach 2016, als er in der B-Jugend erfolgreich war, seither jedoch jedes Jahr im Medaillenbereich kämpfte. Im Finalduell setzte er sich mit technischer Überlegenheit gegen Naim Abualjubain vom 1. Luckenwalder SC durch. Knapp wurde es für Golmohammadi im Viertelfinale, wo er mit 4:3 gegen Ansgar Reinke vom SV Preussen Berlin die Nasenspitze vorn hatte.

Kleiner wurden die Teilnehmerfelder in den schwereren Gewichtsklassen. Nach Silber im Vorjahr feierte Daniel Fischer (ASV Urloffen) 2022 den Titelgewinn. Dass die Ringer vom KSK Konkordia Neuss nicht nur hervorragende Griechisch-Römisch-Ringer ausbilden, zeigte Kiril Kildau (92 kg), der seinen Titel aus dem Vorjahr souverän verteidigte.

Ein rein-fränkisches Finale gab es im Limit bis 97 Kilo, wo sich Yusuf Senyigit und Ewald Stoll vom SV Johannis Nürnberg gegenüber standen, Yusuf Senyigit setzte sich mit 3:1-Punkten gegen seinen Trainingspartner durch.

Einen überlegenen Titelgewinn feierte Doganay Kantar (KSV Rimbach) im schwersten Limit bis 125 Kilo, nachdem er im Vorjahr, bei den Meisterschaften auf heimischen Matten noch knapp an den Medaillenrängen gescheitert war – nun gab es Gold für den KSV-Ringer aus Rimbach.

Bei den Junioren ging Württemberg als stärkste Landesorganisation hervor, vor Bayern und Südbaden. Die Vereinswertung gewann der KSV Tennenbronn, vor dem KSV Rimbach, der allein drei Titel gewinnen konnte und dem SV Johannis Nürnberg.

Alles Ergebnisse unter: https://www.liga-db.de/Turniere/DM/2022/DE/220506_Langenlonsheim/indexGER.htm