Lisa Ersel (50 kg) holt zweites Edelmetall für Deutschland

Lisa Ersel / Foto Kadir Caliskan

Plovdiv – Nachdem die Griechisch-Römisch-Spezialisten ihre Wettkämpfe zum Auftakt der U-23-Europameisterschaft in Plovdiv (BUL) beendet haben, gehörte der 4. Kampftag allein den Ringerinnen, die schon am Vortag Vorrundenduelle bestritten haben. Viel Arbeit hatten dabei Bundestrainer Patrick Loes und Christoph Ewald, der sich für den weiblichen Nachwuchs verantwortlich zeigt.

Jubelnd streckte Lisa Ersel nach dem knappen 9:8-Erfolg im Bronzekampf die Arme in den Himmel, hatte sie doch erst kurz vor Ende der Begegnung den entscheitenden Siegpunkt gegen Shahana Nazarova (AZE)erzielt und die zweite Bronzemedaille für den DRB erkämpft.

Doch am Vortag begann alles mit einer Niederlage, Lisa Ersel (50 kg) verlor in der Qualifikation gegen Szimonetta Szeker (HUN) mit 3:6 Punkten. Da die Ungarin das Finale erreichte, konnte Lisa Ersel in der Hoffnungsrunde weiter kämpfen, wo sie Maria Leorda (MDA) mit 4:0 bezwang. Damit stand Lisa Ersel, die in Berlin, beim SV Luftfahrt mit dem Ringen begann, seit mehreren Jahren am Bundesstützpunkt Frankfurt(O.) trainiert, im kleinen Finale um Bronze. Mit Shahana Nazarova (AZE) lieferte sich die DRB-Ringerin einen spannenden Kampf, 14 Sekunden vor dem Ende der Begegnung ging Ersel mit 9:8 in Führung und behauptete den Vorsprung bis zum Schlussgong. Nach Idris Ibaev, der am Vortag mit Bronze für Deutschland erfolgreich war, gewann Lisa Ersel das zweite Edelmetall bei diesen kontinentalen Meisterschaften für Deutschland. Doch es kämpften im Verlauf des Abends in Plovdiv noch weitere deutsche Ringerinnen um Edelmetall.

Eine zweite Medaille hat der DRB bereits sicher, denn eine Gewichtsklasse höher kämpfte sich Anastasia Blayvas (53 kg) ins Finale. Im Viertelfinale hatte sich die Ringerin, die beim SV Halle das Ringer-A-B-C erlernte, zum KFC Leipzig wechselte und am Bundesstützpunkt der Messestadt trainiert, gegen Beatrice Ferent (ROU) mit 11:4 Punkten durchgesetzt und im Halbfinale Gultakin Shirinova (AZE) beim Stand von 6:6 geschultert. Damit rückte Anastasia Blayvas ins Finale, wo sie am Freitagabend Mariana Dragutan (MDA) im Kampf um die Goldmedaille gegenüber stehen wird.

Anastasia Blayvas / Foto: Kadir Caliskan

Sieg und Niederlage gab es für Luisa Scheel (62 kg), die im Viertelfinale gegen Merve Karadeniz (TUR) mit 5:1 die Oberhand behielt, im Halbfinale jedoch von Anna Fabian (SRB) auf beide Schultern gedrückt wurde. Damit steht die DRB-Ringerin am Freitagabend im Kampf um Bronze, wo sie auf Nikolett Szabo (HUN) treffen wird.

Im kleinen Finale um Bronze stand am Donnerstagabend auch Sophia Schäfle (68 kg), die jedoch nach knapper Führung kurz vor Ende der Begegnung von Noemi Szabados (HUN) durch einen Beinangriff, der mit 2 Punkten belohnt wurde, mit 1:3 bezwungen wurde. Im Viertelfinale setzte sich die Ringerin aus Südbaden gegen Siyka Ivanova (BUL) mit 11:0 vorzeitig durch technische Überlegenheit durch, ihren Halbfinalkampf verlor die DRB-Ringerin gegen Irina Ringazi (MDA) mit 0:10 Punkten. Die Ringerin aus Moldawien rückte damit ins Finale, Sophia Schäfle in den Kampf um Bronze. Platz 5 damit für die deutsche Ringerin.

Ausgeschieden sind Chiara Hirth (65 kg) und  Lilli Schneider (72 kg). Chiara Hirth unterlag im Viertelfinale gegen Yagmur Cakmak (TUR), Lilli Schneider hatte ebenfalls im Viertelfinale gegen Tuende Elekes (HUN) mit 0:5 das Nachsehen. Die Türkin, aber auch die Ringerin aus Ungarn verfehlten das Finale, so konnten die beiden deutschen Ringerinnen auch nicht mehr ins weitere Kampfgeschehen eingreifen.

Während am Freitagmittag die Männer im freien Stil die Titelkämpfe in Plovdiv aufnehmen, geht es am Abend für Anastasia Blayvas (53 kg) im Finale um den Europameistertitel, Luisa Scheel (62 kg) greift nach Bronze.

Jörg Richter

Die Ansetzungen der Männer in freien Ringkampf:

57 kg: Horst Lehr – Tofig Aliyev (AZE)

61 kg: Nico Megerle – Sieger aus Emrah Ormanoglu (TUR) / Ruhan Rasim (BUL)

65 kg: Leon Gerstenberger – Daniel Raffi (ITA)

74 kg: Tino Rettinger –  Sieger aus Otari Bagauri (GEO)/Dimitar Angelov (BUL)

79 kg: Beat Schaible – Evsem Shvelidze (GEO)

86 kg: Lars Schäfle – Cezary Sadowski (POL)

92 kg: Joshua Morodion – Sieger aus Adlan Vishkanov (FRA)/Ilia Hristov (BUL)

97 kg: Johannes Mayer – Stole Eftimov (MKD)