Ringen / Finale um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft 2021/2022

Der SV Wacker Burghausen holt Titel Nr. 4 

Burghausen – Der SV Wacker Burghausen wurde am vergangenen Samstag zum 4. Mal in Folge Deutscher Mannschaftsmeister. Im vorletzten Duell des Kampfabends machte U-23-Weltmeister Idris Ibaev (75 kg/GR) mit seinem Sieg über Ibro Cakovic für Burghausen alles klar und meißelte den erneuten Titelgewinn in Stein.

Der SV Wacker Burghausen ließ vor allem in der ersten Hälfte des Kampfabends die Muskeln spielen, Fabian Schmitt (57 kg/GR), Erik Thiele (130 kg) und Givi Davidovi (61 kg/FR)  stellten den klaren 11:3-Halbzeitstand her. Für Mainz siegten Tadeus Mihalik (98 kg/GR) und Elcin Ali (66 kg/GR). Doch das Trainergespann des SV Wacker mit Matthias Maasch und Eugen Ponomartschuk mahnte in der Pause zur Vorsicht, wusste man doch, dass die 88er noch Asse im Ärmel haben.

Hochmotiviert legte Burghausen zum Start der zweiten Hälfte des Kampfabends nach, gleich im ersten Duell setzte sich auch Burghausens Akhmed Magamaev (86 kg/FR) gegen DRB-Auswahlringer Achmed Dudarov mit 2:1 Punkten durch und als sich Ali-Pasha Umarpashaev (71 kg/FR) gegen Alexander Semisorow mit 11:2 Punkten durchgesetzt hatte, konnte Burghausen eigentlich schon die Korken knallen lassen, denn Mainz hätte die restlichen drei Kämpfe vorzeitig gewinnen müssen, um wie im Hinkampf noch ein Unentschieden zu erreichen.

Der Vize-Weltmeister 2021 Burhan Akbudak (80 kg/GR) holte dann auch vier Mannschaftspunkte für Mainz gegen Eduard Tatrinov, der eigentlich im Freistil zu Hause ist, mit einem 15:0-Abbruchsieg durch technische Überlegenheit. Doch dann ließ Idris Ibaev die letzten Hoffnungen des ASV Mainz 88 platzen, mit einem sehenswerten Wurf setzte der deutsche U-23-Weltmeister gegen Ibro Cakovic gleich ein Ausrufezeichen, der 8:0-Punktsieg brachte Burghausen den Gesamterfolg und damit den Meistertitel. Der Schultersieg von Timur Bizhoev (75 kg/FR) gegen Enes Akbulut war nur noch Ergebniskosmetik für das Mainzer Team.

Der Endstand 18:11 sorgte für riesen Jubel im Team der neuen- und alten Mannschaftsmeisters, die Mainzer um die beiden Trainer Dawid Bichinashvili und Harun Yildiz gratulierten dem SV Wacker zum verdienten Titelgewinn. „Ich hätte nur allzu gerne den Meisterpokal mit nach Mainz genommen, aber Burghausen war heute einfach besser“, gestand auch der Vorsitzende des ASV Baris Baglan und freute sich nach turbulenter Saison über Silber.

Der SV Wacker Burghausen konnte am Ende einmal mehr mit seiner breiten, deutschen Achse punkten, hatte am Ende den

möglichen Einsatz von vier ausländischen Verstärkungen nicht einmal ausgeschöpft. Dazu kam der Rückhalt von der eigenen Kulisse, der zusätzlich motivierte. „Ich war die Woche über so heiß auf den Kampf, wollte diesmal unbedingt drei Mannschaftspunkte beisteuern“, jubelte Erik Thiele der diesmal im Schwergewicht auf Wladimir Remel traf. Überschwängliche Freude auch bei Ramsin Azizsir: „… ich war die ganze Woche angeschlagen, wollte aber unbedingt ringen und mich in den Dienst der Mannschaft stellen“.

Am Ende erhielt das Burghauser Eigengewächs Andreas Maier den Siegerpokal aus den Händen des DRB-Präsidenten Jens-Peter Nettekoven, der seinen letzten Kampf bestritt und seine über 20-jährige Laufbahn beendete, jedoch dem Verein auf Funktionärsebene die Treue hält.

Jörg Richter

SV Wacker Burghausen – ASV Mainz 88 18:11

57 kg/GR: Fabian Schmitt – Fabian Pelzer (9:0) 4:0;

130 kg/FR: Erik Thiele – Wladimir Remel (10:0) 3:0;

61 kg/FR: Givi Davidovi – Marlon Vinson (16:0) 4:0;

98 kg/GR: Ramsin Azizir – Tadeusz Michalik (1:1) 0:1;

66 kg/GR: Andreas Maier – Elcin Ali (0:6) 0:2.

86 kg/FR: Akhmed Magamaev – Ahmed Dudarov (2:1) 1:0;

71 kg/FR: Ali-Pasha Umarpashaev – Alexander Semisorow (11:2) 3:0;

80 kg/GR: Eduard Tatarinov – Burhan Akbudak (0:15) 0:4;

75 kg/GR: Idris Ibaev – Ibro Cakovic (8:0) 3:0;

75 kg/FR: Enes Akbulut – Timur Bizhoev (0:6) 0:4.