Muskelverletzungen beim Ringen

Die Muskulatur ist das wichtigste und größte Organ des Menschen. Dabei sind die Muskeln nicht nur für die Bewegung notwendig, sondern sind sie auch ein komplexes Sinnes- und Stoffwechselorgan. Die von der Muskulatur ausgesandten Botenstoffe (Mytokine) regulieren eine Vielzahl von Körperfunktionen. Um gesund zu sein (und zu bleiben) bedarf es eines regelmäßigen und störungsfreien Muskeltrainings.

Muskelverletzungen sind beim Ringen eine häufige Sportverletzung dar. Bei den Olympischen Spielen in Athen hatten die Muskelverletzungen beim Ringen einen Anteil von 25 % an den Gesamtverletzungen. Die Ursachen für Muskelverletzungen liegen oft in einem unzureichenden Trainingszustand, falschem Aufwärmen, muskulären Ungleichgewicht und zu geringen/falschen Regenerationsmaßnahmen. In der Behandlung ist das frühzeitige Erkennen der Schwere der Verletzung der Schlüssel zum Erfolg. Anhand des Lokalbefundes und des Schmerzcharakters muss schnellstens entschieden werden, ob die sportliche Belastung fortgesetzt werden kann. Ein krampfartiger Schmerz, mit dem man noch Gehen kann, weist auf eine Zerrung hin, während ein messerstichartiger Schmerz mit hinkendem Gangbild für einen Muskelbündelriss spricht. Die Akutbehandlung einer Muskelverletzung erfolgt nach dem PECH-Schema (Pause, (Eis-)Kühlung, Compression und Hochlagerung). Die Belastung sollte sofort unterbrochen werden, zusätzlich lokales Kühlen mit Eiswasser, Kompression mit einer elastischen Binde, bei schwereren Verletzungen Entlastung an Gehstützen sowie Hochlagerung über 24-48 Stunden.Wegen der sehr starken Durchblutung des Muskels muss die Therapie sofort einsetzen. Nach Dr. Müller-Wohlfahrt bedeutet jede Minute Behandlungsverzögerung einen Tag verlängerte Rehabilitation. Die Dauer der Ringkampfpause richtet sich nach der Schwere der Verletzung. Während bei einer Zerrung nach 2-3 Tagen wieder mit dem Lauftraining begonnen werden kann und nach einer Woche wieder volle Belastbarkeit besteht, braucht ein Muskelbündelriss oft mehrere Wochen bis Monate.

Durch ein sportartspezifisches Balancetraining (Weichmatte, Therapiekreisel, ect.) lässt sich die Häufigkeit von Muskelverletzungen deutlich senken.

Fazit: Zur Prophylaxe regelmäßig Balancetraining, bei Verletzung sofort PECH-Schema, jede Muskelverletzung ernst nehmen.

 

Dr. Theo Steinacker

01.07.2014