Langjähriger Bundestrainer Heinz Ostermann zum DRB-Ehrenmitglied ernannt

Foto und Text: Claudia Pauli

Im Rahmen eines Empfangs seitens Deutschen Ringer-Bundes (DRB) am vorletzten Wettkampftag der Junioren-EM 2017 in Dortmund durfte sich ein Mann über eine besondere Auszeichnung freuen, der den Ringkampfsport in Deutschland in herausragender Weise geprägt hat: Heinz Ostermann, der erfolgreichste deutsche Bundestrainer in der Geschichte, wurde zum Ehrenmitglied des DRB ernannt.

Gerührt nahm der 76-Jährige aus den Händen von DRB-Präsident Manfred Werner die entsprechende Urkunde entgegen. Für ihn sei es immer selbstverständlich gewesen, in seiner Funktion hart zu arbeiten, meinte Heinz Ostermann bescheiden. Die geladenen Gäste, darunter zahlreiche ehemalige Weltklasse-Ringer, die unter Heinz Ostermann große Erfolge verzeichneten, gratulierten dem staatlich geprüften Turn- und Sportlehrer mit kräftigem Applaus und Stehenden Ovationen zu dieser hohen Auszeichnung.

DRB-Präsident Manfred Werner hatte die Ehrung von Heinz Ostermann wie folgt eingeleitet (Anm. d. Red.: Es gilt das gesprochene Wort):

„Liebe Kolleginnen und Kollegen der UWW und des DRB,

liebe Freunde und Förderer des Ringkampfsportes,

liebe Sportskanonen,

wir haben in den letzten Tagen wieder eine wunderbare Werbeveranstaltung für den Ringkampfsport erlebt. Da geht einem das Herz auf, wenn man Athletik in solcher Perfektion schon bei jungen Ringern erlebt.

Perfekte Ringer der älteren Generation, richtige Granaten, wahre Helden der Matte, haben wir heute Abend unter uns – genauso wie Freude und Partner des DRB. Wir nutzen Veranstaltungen wie diese EM sehr gerne, um mit Ihnen allen im Gespräch zu bleiben und Dankeschön zu sagen. Und heute darf ich dieses Treffen noch mit einem besonderen Anlass verbinden.

Wir wollen einen Mann ehren, der wie kaum einer den deutschen Ringkampfsport geprägt hat: Heinz Ostermann.

Der kleine Heinz wuchs im Saarland auf und stammt natürlich aus einer Familie, bei der das Ringen als Sport einfach dazugehörte. Er ging als Neunjähriger auf die Matte und gehörte schon in seiner Jugend der deutschen Spitzenklasse der Ringkämpfer an. Mit seinem Vater Fritz rang er bei Adler Burbach gemeinsam in der 1. Mannschaft. Mit dem Gewinn der saarländischen Jugendmeisterschaften in beiden Stilarten erntete Heinz die ersten Lorbeeren. Als 19-Jähriger schaffte er fast eine Sensation, als er bei den Deutschen Freistilmeisterschaften in Malstatt im Bantamgewicht nahe am Titelgewinn war.

Als staatlich geprüfter Turn- und Sportlehrer wurde er zunächst Landestrainer im Saarland und bereits 1966 Bundestrainer – der jüngste, den wir jemals hatten.

Als Bundestrainer im Deutschen Ringer-Bund holte Heinz mit seinen Schützlingen bis 1991 insgesamt 9 Olympiamedaillen – darunter sehr dramatische, die in die Ringergeschichte eingingen –, 32 WM-Medaillen und 60 EM-Medaillen. Heinz Ostermann ist damit nicht, wie es immer heißt, einer der erfolgreichsten deutschen Bundestrainer, sondern er ist der erfolgreichste. Über 25 Jahre lang wirkte er für den Deutschen Ringer-Bund.

Ab 2007 wirkte er beim Österreichischen Ringerverband als Cheftrainer und Sportdirektor. Dort wurde er kürzlich in die „Hall of Fame“ aufgenommen.

Lieber Heinz, Perfektion in der Vor- und Nachbereitung, Herzblut-Trainer bei den Wettkämpfen, verlässlicher und vorbildlicher Sportler, streitbar in der Sache und für die Sache, wie einst auch der DRB erfahren konnte, Medaillenschmied der Extraklasse, herausragender Kopf in der Welt des Ringens, 2011 von der FILA zum „Trainer des Jahres“ erkoren:

Es ist uns eine besondere Freude, so einen Mann zum Ehrenmitglied des Deutschen Ringer-Bundes zu ernennen. Meinen herzlichsten Glückwunsch dazu!“