Chronik der Gespräche zwischen DRB und DRL nach dem 16.05.2018

Ergänzung zur Pressemitteilung vom 25.06.2018 und Mitgliederinformation

Die Veröffentlichung der DRL vom 27.06.2018 und das am 29.06.2018 veröffentlichte „ExklusivInterview“ spiegelt die selektiven Wahrnehmungen des Geschäftsführers (GF) der DRL wider und ist gleichzeitig eine Fortsetzung einer Serie bewusster Streuung von Informationen, welche nicht den tatsächlichen Fakten entsprechen. Wir sehen es daher als erforderlich an, unsere sachliche Pressemitteilung vom 25.06.2018 durch die Offenlegung des zeitlichen Ablaufes und um die belegbaren Inhalte des jüngsten Meinungsaustausches zwischen DRB und DRL zu ergänzen.

Am 16.05.2018 hat in München ein Gespräch über eine mögliche künftige Zusammenarbeit zwischen DRB und DRL stattgefunden. Dort wurde unmissverständlich – u.a. anhand einer Tischvorlage durch den Sportdirektor des DRB J. Zamanduridis – dargelegt, dass verschiedene Positionen des DRB durch die Einbettung des DRB in das Sportförderkonzept von BMI und DOSB sowie die Zugehörigkeit zur UWW unverhandelbar sind und sich hieraus „rote Linien“ für eine Zusammenarbeit mit der DRL ergeben. Diese „roten Linien“ wurden von GF Scheu im Gespräch auch akzeptiert. Ferner wurde durch den DRB-Vertreter ebenfalls unmissverständlich klargestellt, dass die seitens der DRL erwünschte Rückkehr unter das Dach des DRB ein klares Konzept voraussetzt.

Am 18.05.2018 hat M. Scheu dem DRB seine Gedanken und sein Konzept zur Zukunft des Ligabetriebes schriftlich nachgereicht. Dies erfolgte anhand einer Kopie der Power-PointPräsentation (Kapitel 3) aus dem Jahre 2016, anhand welcher die DRL seinerzeit ihr Konzept zum künftigen Mannschaftsringen präsentiert hat. Sportdirektor J. Zamanduridis hatte daraufhin telefonische Kontakte mit den Herren Scheu und Dr. Oberacker (SV Germania Weingarten), in welchen er übermittelte, dass die unveränderten alten „Visionen“ keine Grundlage für zielführende Gespräche bzw. Konzepte bilden können.

Am 23.05.2018 hat der DRB vereinbarungsgemäß der DRL den Entwurf einer gemeinsamen Presseerklärung zur Prüfung überlassen.

Am 26.05.2018 hat Dr. Ralph Oberacker dem Sportdirektor schriftlich avisiert, dass man dem DRB in Kürze eine korrigierte PM und ein Konzept überlassen will. Das Avis war mit dem Zusatz – „Ich hoffe, es passt.“ – versehen. Am 30.05.2018 hat die DRL dem DRB eine geänderte PM überlassen. Die Änderungen betrafen die vom DRB als unverzichtbaren Essentials bezeichneten Punkte, welche durch weiche Formulierungen ersetzt wurden. Die Änderungen wurden damit begründet, dass die diversen Streichungen durch die DRL Verhandlungen in jede Richtung offenlassen. Das von Dr. Oberacker avisierte Konzept wurde bis heute nicht übermittelt. Am 04.06.2018 hat der Sportdirektor des DRB der DRL einen erneuten schriftlichen Vorschlag unterbreitet, welcher die zwangsläufig unverhandelbaren Positionen wieder enthalten hat. In den neuen Vorschlag wurde ergänzend aufgenommen, dass der DRB in Bereichen, in denen er keinen zwingenden Restriktionen unterliegt, bei weiteren Verhandlungen zu Zugeständnissen bereit ist.

Am 05.06.2018 hat der DRB-Vorstand in einer Mail an die DRL und ihre Vereine eine Einladung zur Fortsetzung der gemeinsamen Gespräche – unter Einbeziehung der Vertreter der aktuellen Bundesligavereine – in Aschaffenburg ausgesprochen. Diese Einladung ging gleichzeitig an die Vereine der DRB-Bundesliga. In der Einladung wurde der DRL und ihren Vereinen vorgeschlagen, dass der DRL die Möglichkeit gegeben wird, ihre Vorstellungen über ein künftiges Zusammenwirken von DRB und DRL den Vereinen direkt zu übermitteln. Dabei wurden der DRL und ihren Vereinen die
unverhandelbaren Positionen des DRB nochmals schriftlich übermittelt. Nachdem die Mails unbeantwortet blieben, hat der Sportdirektor des DRB die offenen Antworten beim GF der DRL angemahnt. Dabei zeigte sich dieser verwundert und erklärte, dass er keine Mails erhalten habe.

Am 06.06.2018 erfolgte eine Rückmeldung von M. Scheu mit dem Inhalt, dass die fraglichen Mails in seinem Spam-Ordner gelandet seien. Seine Antwortmail enthielt jedoch keinerlei Erklärungen zu den offenen Fragen bezüglich der gemeinsamen PM und zur Einladung des DRB.

In der taggleichen Rückantwort teilte der Generalsekretär des DRB der DRL sodann mit, dass – der DRB nicht mehr bereit ist die wirren Spielchen mit zu spielen, – der DRB das Projekt „gemeinsame Pressemitteilung“ aufkündigt, – der DRB um Antwort bittet, ob die DRL und ihre Vereine die DRB-Einladung für den 23.06.2018 annimmt; diese Bitte wurde mit der Aufforderung verbunden, dass die DRLVertreter ihre Vorstellungen einer Zusammenarbeit mit dem DRB den Vereinsvertretern direkt übermittelt. Die darauffolgende Antwort der DRL enthielt keine Antworten auf die Erklärungen des DRB und seine Bitten. Es wurde lediglich von Missverständnissen gesprochen („Email ist im Spamordner gelandet.“). Eine konkrete Beantwortung der offenen Fragen ist unterblieben. Eine erneute Mail des Generalsekretärs K.M. Dittmann an den GF der DRL, in welcher die offenen Fragen nochmals aufgelistet wurden, blieb von der DRL unbeantwortet.

Am 23.06.2018 sind sodann 22 von 24 Bundesligavertreter der Einladung des DRB gefolgt. Seitens der DRL waren lediglich deren GF und die Vertreterin der KSV Ispringen GmbH unangemeldet zu Gast. Die Erwartungen der Bundesligavereine über die Ausführungen der DRL zu deren Vorstellung über eine mögliche Zusammenarbeit wurden mangels Vortrag neuer Ideen gänzlich enttäuscht. Die Ausführungen von Herrn Scheu beschränkten sich auf Verweise auf deren bereits durchgefallenes Konzept aus dem Jahre 2016. Die Enttäuschungen der DRB-Vereine wurden durch die Tatsache verstärkt, dass keinerlei neue Ideen verkündet wurden, obwohl die DRL unmittelbar vor der Sitzung bei den DRB-Vereinen – ohne Kenntnissetzung des DRB – eine umfangreiche Fragebogenaktion durchgeführt hat, welche nach eigenem Bekunden der DRL eine große Resonanz gefunden hat. Vor diesem Hintergrund war es nicht verwunderlich, dass Stimmen laut wurden:

„Für was sind wir nach Aschaffenburg gekommen?“ Oder „Der DRB hat eine funktionierende Bundeliga. Auf was warten wir noch!“

Dem ist nichts hinzuzufügen. Vielmehr verbleibt eine Reihe von offenen Fragen. Angeführt von der Frage, warum legt die DRL kein Konzept zu ihrer Absichtserklärung – „Wir wollen zurück unter das Dach des DRB“ – vor? Ist nicht der einst Abtrünnige und nunmehr angeblich Rückkehrwillige in einer Bringschuld?

Und inwiefern kann von einem Rückkehrwillen gesprochen, wenn der GF Scheu wörtlich auf die Frage nach dem Umgang mit den UWW-Gebühren ausführt: „Uns ist klar, dass die Zahlung der UWW-Gebühren für eine Anerkennung durch den DOSB wichtig ist. Aber mit der UWW haben wir nichts zu tun. Wenn eine DRL GmbH zu mir kommt und sagt, die Gebühren sind unrechtmäßig, dann stehe ich als Geschäftsführer der DRL sicher nicht dafür ein.“

Am 01.07.2018 veröffentlichte die DRL schließlich auf ihrer Homepage die Ergebnisse der „Umfrage unter den Bundesligavereinen“. Diese lässt nicht nur jegliche Eingangserläuterung vermissen, sondern führt nicht einmal aus, wie viele Bundesligavereine tatsächlich an der Umfrage teilgenommen haben sollen. Die zur Veranschaulichung aufgeführten Statistiken gehen von einem Gesamtstimmenvolumen von 21 Vereinen aus. Nach unserem Kenntnisstand haben mindestens vier Bundesligisten an dieser Umfrage nicht teilgenommen.

Erklärung der Vereinsvertreter im Bundesligaausschuss

Im Januar 2016 stand die 1. Bundesliga durch überzogenes Erfolgsstreben und ruinöses Finanzgebaren vor einer Zerreißprobe. Der Zwang „da“ mitzuhalten, hat große und mittelgroße Vereine an den Rand der Pleite getrieben, sie resignieren und „aussteigen“ lassen und so manchen möglichen Aufsteiger in Angst versetzt, ins Oberhaus zu müssen. Dieser Meinung unseres geschätzten Sportfreundes, Klaus Angermann, schließen sich die Vertreter der Vereine im Bundesligaausschuss uneingeschränkt an. Die noch im Januar 2016 vorhandene vermeintliche Solidarität der damals noch 39 Vereine zählenden Bundesliga, ist in der Folge recht schnell zerbröselt. Einerseits haben sich nach eigenem Bekunden der DRL „die besten fünf Vereine“ vom Ligabetrieb des DRB abgespalten, andere Vereine haben sich aus sportlichen oder finanziellen Gründen in untere Klassen zurückgezogen, so dass 2017/2018 nur noch 21 Vereine in einer regional gegliederten einstufigen Bundesliga an den Start gingen. Dieser Entwicklung gilt es Einhalt zu gebieten. Dies kann allerdings nur gelingen, wenn wir genügend Vereine finden, welche auf solider Basis eine nachhaltige Vereinspolitik sowohl in sportlicher als auch in finanzieller Hinsicht betreiben. Aufgabe des Verbandes ist es, entsprechende Regeln und Leitlinien festzulegen, welche einen attraktiven Wettbewerb ermöglichen. Ein erster Schritt zu einer größeren Chancengleichheit wurde mit der Einführung des Punktesystems realisiert. Ein System, welches von Verbands- und Vereinsvertretern gemeinsam entwickelt wurde und die einstimmige Zustimmung im Bundesligaausschuss fand. Vereine und Landesorganisationen sollten anerkennen und akzeptieren, dass eine Gemeinschaft zur Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit Regeln braucht. Auch Regeln, welche gegebenenfalls den eigenen Vorstellungen und Interessen entgegenstehen. Rechte und Nutzen die der Einzelne aus der Gemeinschaft bezieht bedingen auf der anderen Seite auch Pflichten gegenüber der Gemeinschaft. Das Verhalten der DRL-Verantwortlichen in der Vergangenheit wie auch in der jüngsten Zeit zeigt, dass die Ziele und Vorstellungen der DRL mit den Zielen und Vorgaben des DRB nicht einhergehen. Dies manifestiert sich nicht zuletzt im konzeptlosen Vortrag von M. Scheu anlässlich der Aschaffenburger Zusammenkunft. Wir empfehlen daher dem Vorstand des DRB die Verhandlungen mit der DRL abzubrechen. Eine Rückkehr der DRL-Vereine in die Bundesliga ist – auch nach dem deutlichen Mehrheitsbeschluss der Bundesligavereine – nur auf sportlichem Wege und unter Anerkennung der geltenden Regeln möglich.

Die Vereinsvertreter im Bundesligaausschuss des DRB Baris Baglan Christian Ganter Ulrich Leithold Hilmar Rehlinger Georg Steiner